Kultur : Bauch

Panorama (2): Jurymitglied Bai Ling in „Dumplings“

Frank Noack

Von Jurymitglied Bai Ling hat man seit Beginn der Berlinale vieles gesehen. Niemand bezweifelt, dass sie grandiose Auftritte hinlegen kann. Aber ist sie auch in der Lage, einen abendfüllenden Film zu tragen? „Dumplings“ beweist: Ja, sie ist es. Sie vermag sogar neben einer starken Partnerin zu bestehen. Zwei gegensätzliche Frauen bestreiten die Handlung: Qing (Miriam Yeung) will ihren Ehemann zurückerobern und sich einer Verjüngungskur unterziehen. Die wird von der Heilpraktikerin Mei (Bai Ling) durchgeführt. Um jünger zu werden, muss sie geheimnisvolle, knorpelige Substanzen zu sich nehmen, vor denen sich selbst Desirée Nick geekelt hätte. Sie wird unersättlich. Mei weiß bald nicht mehr, was sie servieren soll. Da wird sie plötzlich gebeten, eine Abtreibung vorzunehmen. Der Fötus landet nicht im Müll, sondern auf dem Teller. Diese Geschichte erzählt Regisseur Fruit Chan in erlesenen Bildern (Kamera: Christopher Doyle) – und mit Freude am schwarzen Humor.

Heute, 23 Uhr (Colosseum); morgen, 21.30 Uhr (Zoo Palast 1)

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