Kultur : Bayreuth boomt

Brauchen die Festspiele zwei Fördervereine?

„Taff“ heißt das neue Zauberwort auf dem Grünen Hügel von Bayreuth, und dabei hat man sich weder in der richtigen Schreibweise geirrt (engl. tough = zäh, hart, robust), noch ist das gleichnamige Lifestyle-Magazin von Pro Sieben gemeint. „Taff e. V. – Wir sind Festspiele“ lautet die vollständige Bezeichnung. Dahinter steckt mit dem „Team aktiver Festspielförderer“ eine Organisation, die „in enger Abstimmung mit der Festspielleitung“ die diversen Festspielbelange in Zukunft „transparent“ fördern will. Zu diesen Belangen gehören der Fortbestand der Kinderoper, die dringend nötige neue Probebühne sowie die Installation eines zeitgemäßen Kartensystems. Taff spreche alle an, betonte der Vorsitzende Peter Maisel im Rahmen einer Pressekonferenz in Bayreuth am Donnerstag, „ohne Ansehen von Status, Titel oder finanziellen Möglichkeiten“.

Der traditionelle Förderverein der Festspiele, die „Gesellschaft der Freunde von Bayreuth“ (GdF), dürfte von dieser Konkurrenz nicht erbaut sein. Wiewohl Maisel nicht müde wird, zu betonen, dass Taff sich vorrangig als Ergänzung sehe, macht die Chronologie doch stutzig. Denn just als bekannt wurde, dass es zwischen dem neuen GdF-Vorsitzenden Georg von Waldenfels und der Festspielleitung Differenzen gäbe, gründete sich Taff – die Eintragung des Vereins erfolgte am 26. Juli, einen Tag nach der diesjährigen „Lohengrin“-Premiere, zu den Gründungsmitgliedern zählt u. a. „Ring“-Dirigent Christian Thielemann. Die Chancen, dass der eine Verein den anderen aushebelt, dürften trotzdem gering sein. Während die GdF mit über 5000 Mitgliedern einen der vier Gesellschafter der Festspiele stellt (neben Bund, Land und Bezirk), ist das Engagement von Taff rein privat. Vorerst. Die Festspielleitung jedenfalls enthebt es nicht der Aufgabe, die Geldflüsse seitens der GdF neu zu sortieren. Le.

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