Bedrohte Fotogalerie : Doch kein Abriss: C/O Berlin bald im Monbijou-Atelier?

Neue Hoffnung für C/O Berlin: Die Fotogalerie, deren Mietvertrag für das Postfuhramt bis Ende des Jahres ausläuft, hat offenbar gute Chancen, in das Ateliergebäude im Monbijoupark umsiedeln zu können.

Nantke Garrelts

Nachdem die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte am Donnerstagabend dem Antrag der Linken auf eine Überprüfung der Abrissverfügung für den 50er-Jahre-Bau stattgegeben hatte, muss das Bezirksamt nun bis zum 15. September prüfen, ob die Abriss- und Renaturierungspläne zugunsten einer weiteren Nutzung des Gebäudes aufgegeben werden. Das Haus hat in den letzten Wochen als Hauptausstellungsort der Kunstschau „Based in Berlin“ viele Besucher angezogen und eine Diskussion über den Erhalt des Baus angeregt.

Mirko Nowak, Pressesprecher von C/O Berlin, wertete den Entschluss als „positive Nachricht“. Die Galerie war in Bedrängnis geraten, weil der Mietvertrag mit dem Besitzer des Postfuhramts, der Investorengruppe Elad, zum Ende des Jahres ausläuft. Deren Angebot, für 7,5 Millionen Euro die an der Tucholskystraße gelegenen Flügel des Postfuhramtes zu erwerben, war für die Galerie nicht tragbar. Das Gebäude im Monbijoupark, das nur einige hundert Meter vom derzeitigen Sitz der Galerie entfernt liegt, war auch wegen der Nähe zur Museumsinsel der Favorit der C/O-Berlin-Macher.

Da der BVV-Beschluss eine Privatisierung ausschließt, könnte sich die Galerie lediglich als Pächter bewerben. „Nun geht es darum, die Politiker von unseren Plänen zu überzeugen. Es wird aber sicherlich keinen monströsen Neubau geben, wir wollen das Gebäude sprechen lassen“, sagte Nowak. C/O-Berlin-Mitgründer und Architekt Ingo Pott will mit seinen Mitarbeitern in den nächsten Tagen überlegen, wie das Ateliergebäude im Monbijoupark dauerhaft zum Kunststandort gemacht werden kann.

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