BEGRÜNDUNG DER JURY : Zurückhaltende Bilder, leise Hoffnung

Eigentlich heißt die Regisseurin des taiwanesischen Films God Man Dog, den die Tagesspiegel-Leserjury ausgezeichnet hat, Hsin-Yi Chen. Da Menschen im Ausland mit dem Namen aber schonmal Probleme haben und ihn kaum richtig schreiben können, lautet ihr Künstlername Singing Chen. Das passt ganz gut, denn die 1974 in Taipeh geborene Regisseurin, die auch das Drehbuch für ihren Erstling schrieb und für den Schnitt verantwortlich zeichnet, ist

nicht nur Filmemacherin, sondern auch Musikerin: Sie singt und spielt Klavier. Mit „God Man Dog“ ist sie erstmals

auf der Berlinale – und in Berlin.

Keine Sorge: Der Scheck über 3000 Euro, den Tagesspiegel-Kulturchefin Christiane Peitz ihr bei der gestrigen Verleihung der unabhängigen Preise in der Saarländischen Landesvertretung überreichte, wurde Singing Chen auf

ihren richtigen Namen ausgestellt. Sie erhält die Auszeichnung für eine Leistung, die nach Worten der Leserjury darin steckt, „in zurückhaltenden, stillen Bildern die Suche der Menschen nach Halt in einer entwurzelten Welt“ zu zeigen. „Mit liebevollem Humor wird von verschiedenen Schicksalen und von der ständigen Suche nach einem besseren, zufriedeneren Leben erzählt“, schrieben die Juroren. „Ist es Zufall oder Bestimmung, was die Protagonisten miteinander verbindet? Ihre Begegnungen

eröffnen ihnen neue Wege und helfen ihnen bei der Bewältigung ihres Alltags und ihrer Verluste. Der Zuschauer wird mit einem leisen Gefühl der Hoffnung entlassen.“ rik

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