Kultur : Bei Lempertz in der Berliner Dependance finden bis Sonntag Spezialauktionen statt

MK

Schon als andere Häuser in Deutschland noch nicht einmal daran dachten, hat das Kölner Auktionshaus Lempertz Spezialauktionen zur Fotografie durchgeführt. Am 6. November findet nun bereits die zwölfte Versteigerung statt, und das Angebot, das in Auszügen bis Sonntag in der Berliner Dependance in der Linienstraße 153 in Mitte zu besichtigen ist (tgl. 11-19 Uhr, Katalog 25 Mark), zeigt, dass Lempertz weiterhin in mühelos mit den Nachkömmlingen mithalten kann. Eine ganze Reihe hoch gehandelter Fotografen vor allem der 20er bis 50er Jahre sind mit Vintage-Prints vertreten: Albert Renger-Patzsch, unter anderem mit einem Tanzfoto von Mary Wigman von 1929 (Taxe 3000 Mark), Herbert List mit einer in Weiß strahlenden "Kirche auf Mykonos" von 1937 (5600 Mark) oder die umstrittene Filmemacherin und Fotografin Leni Riefenstahl, von der beispielsweise eine Aufnahme des berühmten Läufers Jesse Owens von der Olympiade 1936 in Berlin zu haben ist (Schätzpreis 4000 Mark).

Nicht gerade einwandfrei erhalten ist Man Rays Porträt des zerzausten Dichters Antonin Artaud von 1926, der damals auch als Filmschauspieler arbeitete und sich offensichtlich gerade in der Pose verächtlicher Unnahbarkeit übte (bis 30 000 Mark). Den ersten Platz auf der Preisleiter belegt jedoch diesmal mit einem Schätzpreis von bis zu 50 000 Mark ein Foto des vorigen Jahrhunderts: "The kiss of peace" nannte die polyglotte Fotografin Julia Margaret Cameron ihre allegorische Darstellung zweier junger Frauen aus dem Jahr 1869. Und fügte - was bei Künstlern in dieser Eindeutigkeit nicht oft zu hören ist - hinzu, es sei das beste Foto, das sie je gemacht habe.

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