Kultur : Beifall in der Akademie der Künste für den Regisseur des Films: Andreas Dresen

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Beifall brandet durch die Akademie der Künste und macht einen schwarzgewandeten Mann auf der Bühne ganz verlegen: "Ich habe das ja nicht alleine gemacht", ruft Andreas Dresen, Regisseur des Films "Nachtgestalten", der im Februar die Berlinale erhellte und jetzt in den Kinos zu sehen ist. Bei der Akademie-Premiere rückt Dresen seine Mitstreiter ins Rampenlicht, ganz wie in seinem filmischen Trip durch das nächtliche Berlin, der keine Nebenfiguren kennt. Nur Menschen, die berühren. Das Publikum ist bewegt. Es feiert Michael Gwisdek, dem die Rolle des zynisch-zärtlichen Verlierers Peschke auf den Leib geschrieben wurde. Der Schauspieler mit Baseball-Kappe bedankt sich für die große Freiheit, die er beim Filmen genießen konnte: "Mein erster Film ohne jede Markierung." Gwisdeks Filmpartner, der 13jährige Ricardo Valentim ("Auf der Suche nach ihm", erzählt Dresen, "habe ich alle afrikanischen Kinder in Berlin kennen gelernt."), zeigte sich den vielen Nachtdrehs nicht gewachsen und schlief bei Pausen gleich in seinen Armen ein. "Wie haben Sie es geschafft, das Strichermädchen so überzeugend zu spielen?", geht die Frage an Susanne Bormann, deren strahlende Erscheinung nichts mehr von der abhängigen Patty verrät. "Ich habe mein Kostüm auf der Kurfürstenstraße ausprobiert. Als ein Auto hielt, war das wie ein Schlag." Dass Schläge und Liebe in "Nachtgestalten" nah beieinander liegen, konnte ein junger Zuschauer gar nicht verstehen. "Warum geht die Frau da noch mit?", fragt er ungläubig. "Laszlo, mein Sohn, jede Frau würde mit Deinem Daddy ins Hotel gehen", ruft es vom Podium. Nun weiß er Bescheid, der Sohn von "Nachtgestalt" Dominique Horwitz. Und lacht.

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