Kultur : Beigbeder schreibt einen 9/11-Roman gegen die „US-Selbstzensur“

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Der französische Bestsellerautor Frédéric Beigbeder („39,90“) hat einen Roman über den 11. September geschrieben. „Windows On The World“ beschreibt in strenger chronologischer Form die letzten Momente einiger Opfer des New Yorker Anschlags. 119 Minuten vergingen vom Aufprall des ersten Flugzeugs in das World Trade Center bis zum Einsturz des zweiten Turms, deshalb beschreibt Beigbeder nun in exakt 119 Kapiteln „das Unbeschreibliche“. Minute für Minute gibt er die Gedanken und Beobachtungen eines fiktiven französischen Immobilienhändlers wieder, der mit zwei Söhnen das flammmenden Inferno im Restaurant „Windows on the world“ erlebt, das sich im 107. Stock des Nordturmes befand. Beigbeder sieht sein Buch als eine Art Gegenstimme gegen „amerikanische Selbstzensur“: „2801 Menschen sind grausam gestorben, und was hat man im Fernsehen gesehen? Türme, die wie makellose Bodybags in sich zusammen fallen. Das heißt, eine aseptische, fast schon klinische Version der Ereignisse“. Die Türme bezeichnet er als größtes Krematorium der Welt und das Restaurant als eine luxuriöse Gaskammer. „Seine Gäste wurden vergast, dann verbrannt und zu Asche wie in Auschwitz“, schreibt Beigbeder. In Deutschland soll „Windows On The World“ (Éditions Grasset & Fasquelle, Paris) erst im nächsten Jahr erscheinen. Tsp

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