Kultur : Berlin-Biennale: Künstler der Welt! Kommt in diese Stadt!

Nicola Kuhn

Zeitgenössische Kunst ist internationaler denn je: Fast fünfzig Künstler aus über dreißig Ländern hat die niederländische Kuratorin Saskia Bos zur zweiten Berlin-Biennale eingeladen. Zwar spielt es noch eine Rolle, woher ein Künstler stammt - ob aus Rio oder Istanbul, Sofia oder Johannesburg -, doch wo er wohnt, ist nahezu irrelevant geworden. Längst scheint die eigentliche Existenzform des Künstlers das Fliegen zu sein, das Unterwegssein im Jet von einer Ausstellung zur anderen, von einem Projekt zur nächsten Biennale.

Das wirkt sich aus auf die Inhalte der Kunst. Saskia Bos glaubt, dass die Zeiten der künstlerischen Ego-Trips vorüber sind. Statt dessen würden Begriffe wie Anteilnahme, Verbundenheit, Beteiligung immer wichtiger. Die von ihr ausgewählten Künstler haben etwas zu erzählen, sie haben nachgedacht über die Welt und ihren Standort in ihr. Die Kuratorin spricht von "einem neuen Fenster", das die Künstler aufgestoßen haben. Das geschieht nicht mehr in Form von Malerei, sondern mittels Videos, die als Gattung das statische Bild abgelöst haben.

Die Berlin-Biennale, die Freitag beginnt, spielt an drei Plätzen: in den Kunst-Werken in der Auguststraße - dort wurde vor drei Jahren die Idee für dieses Ausstellungsprojekt geboren -, im Postfuhramt und in den

S-Bahnbögen an der Jannowitzbrücke. Stand beim letzten Mal noch Berlin selbst als attraktiver Produktionsort junger Kunst im Mittelpunkt, so wendet sich diesmal der Blick nach außen. Ein Ende der Nabelschau. Aus Anlass der Biennale stellt der Tagesspiegel sechs von insgesamt 48 eingeladenen Künstlern vor. Sie geben zwar nur ein kurzes Gastspiel, bereichern aber alle Berlin durch ihre Beiträge.

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