Kultur : Berlin-Biennale: Tsuyoshi Ozawa, 35, Japan

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Tsuyoshi Ozawa gehört zu den "ehrgeizigen und zwiespältigen Realisten", einer Gruppe zeitgenössischer japanischer Avantgarde-Künstler, die sich nach ihrem gemeinsamen Geburtsjahr "Group 1965" nennen. Die Gruppe verbindet vor allem eine Abkehr vom traditionellen Kunstbetrieb. Ozawa etwa installierte vor einigen Jahren an einem Tokioter Baum einen Pappkarton und stellte dort ein kleines Kunstobjekt hinein. Die tragbare Nasubi Galerie wird inzwischen an immer wieder neuen Orten aufgestellt. Auch mit seinem "Soja-Soße-Museum" suchte Ozawa über das Nationalprodukt Japans den direkten Zugang zum Publikum: Das als Geschichtsmuseum konzipierte Museum zeichnet Werk und Leben berühmter japanischer Künstler nach - in Soja-Soße. Kurz nach dem Erdbeben in Kobe entwickelte Ozawa, der zuletzt bei Ota Fine Arts in Tokio ausgestellt hat, das "Eboshi-Project": Er hatte sich gefragt, was man unter den hohen shintuistischen Eboshi-Hut verstauen könnte. Ozawa will aber mehr als die amüsierte Aufmerksamkeit des Betrachters: "Theaterstücke und Filme können die Zuschauer zu Tränen rühren, doch bildende Kunst erreicht das selten. Ich bin nicht sicher, ob es möglich ist, aber ich würde gerne ein Kunstwerk schaffen, das die Menschen genauso berührt."

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