Kultur : Berlin entgrenzt für die "Theaterwelten"

dm

Ulrich Eckhardt, der Intendant der Berliner Festspiele, kennt viele Gründe, warum die Berliner Festwochen im Oktober dieses Jahres um das Festival mit dem entgrenzenden Titel "Theaterwelten" reicher sein werden: Es ist immer noch das Jahr, in dem ein neues Millennium beginnt, die Festwochen feiern ihr 50-jähriges Bestehen, und Eckhardt selbst biegt ein in die Schlussrunde seiner 28-jährigen Amtszeit. Letzteres mag nicht der Hauptgrund sein, hoffentlich aber - wie Eckhardt selbst bei der gestrigen Präsentation des Theaterwelten-Programms in die Treibhausluft des Spiegelzeltes vor dem Schillertheater blies - eine weitere Station auf seinem Weg "von Erfolg zu Erfolg".

Ob es das werden wird? Zwar ist dem Festival ein Etat von gut 3 Millionen Mark sicher (davon kommen 2 Millionen Mark aus dem Hauptstadtkulturfond, 410.000 Mark von dem Beauftragten für die Millenniumsfeiern der Stadt und 620.000 Mark Subventionen der Länder), aber allein für die Renovierung des Schillertheaters, in dem die "Theaterwelten" vom 29. September bis 29. Oktober stattfinden werden, wären 3 Millionen Mark nötig, so Organisator Torsten Maß. Denn nach Abzug aller Technik, die derzeit das Gorki Theater dort installiert hat, wird es ebenso unbespielbar sein wie noch vor einem Jahr. Von diesen Bedenken ungetrübt präsentierte Francesca Spinazzi ihre Auswahl der zehn geladenen internationalen Theater- und Tanz-Ensembles, die mit 14 verschiedenen Programmen das Schiller Theater zum Mekka des avantgardebegeisterten Publikums machen sollen. "Nicht nur europäisch denken, sondern die Welt mitdenken" und den Blick nach Amerika, Afrika und Asien öffnen, war ihre Devise. Bekannte Größen wie Robert Lepage, Peter Brook, Mats Ek und William Forsythe werden dabei sein. "La Troppa" aus Chile, "ACCO" aus Israel sowie Tanzgruppen aus Argentinien, Taiwan und Indien können neu entdeckt werden.

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