Berlin und das Humboldtforum : Was sagt der Stiftungsrat dazu?

Kein Eingriff in die Bausubstanz? Und keine Überschneidungen mit anderen Teilen der Ausstellung? Schloss-Vorstand Manfred Rettig zu den neuen Berliner Plänen für das Humboldtforum. Am heutigen Dienstag tagt der Stiftungsrat.

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Manfred Rettig, Vorstand und Sprecher der Stiftung "Berliner Schloss - Humboldtforum", 2014 auf der Schloss-Baustelle.
Manfred Rettig, Vorstand und Sprecher der Stiftung "Berliner Schloss - Humboldtforum", 2014 auf der Schloss-Baustelle.Foto: dpa

Der Vorschlag des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller für den Berliner Beitrag im Humboldtforum wird bei der Stiftungsratssitzung der Stiftung „Berliner Schloss – Humboldtforum“ am heutigen Dienstag erörtert. Deren Vorstand Manfred Rettig sagte dem Tagesspiegel, dass er Müllers Bekenntnis zum Humboldtforum als zentralem deutschen Kulturprojekt grundsätzlich begrüßt. Das neue Konzept, das anstelle der von der Zentral- und Landesbibliothek geplanten Ausstellung „Welt der Sprachen“ eine Schau zu „Welt.Stadt.Berlin“ vorsieht, hatte Müller am Samstag in einem Tagesspiegel-Gastbeitrag erläutert. Rettig geht davon aus, dass bei der Sitzung Details vorgestellt werden.

Zwei Fragen sind es vor allem, die die Schloss-Stiftung laut Rettig prüfen wird. Zum einen dürften die Änderungen auf den 4000 Quadratmetern, die das Land Berlin im ersten Stock des Humboldtforums bespielt – mit einer Sonderausstellung für ein breites Publikum zur Eröffnung 2019, dann mit einer Dauerschau –, keinen Eingriff in die Bausubstanz zur Folge haben: Das Schloss soll im Zeit- und im Kostenrahmen bleiben. Wenn es sich nur um eine neue „Möblierung“ zur Darstellung der Berliner Stadtgeschichte im Geiste der Humboldt-Brüder handelt, sieht Rettig aller Voraussicht nach keine Probleme.

Zum anderen stellt sich die Frage möglicher inhaltlicher Überschneidungen. Die Geschichte des Orts ist im Humboldtforum, das größtenteils die Außereuropäischen Sammlungen aus den Dahlemer Museen beherbergen wird, auch anderswo Thema, auf 1750 Quadratmetern der von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz verantworteten Flächen. So gibt es das archäologische Fenster mit Grabungsfunden der Historischen Mitte, auch ist eine Ausstellung zur Stadtentwicklung von Mitte samt der Entstehungsgeschichte und der Sprengung des Stadtschlosses in DDR-Zeiten vorgesehen, mit Querverweisen auf Berlin-Exponate im Deutschen Historischen Museum vis-à-vis. Wichtig ist laut Rettig, dass es nicht zu einer Doppelung kommt, sondern zu einer sinnvollen Ergänzung der bisherigen Pläne. Müller hatte im Tagesspiegel ausgeführt, dass es im Berliner Beitrag zum Humboldtforum vor allem um die Geistes- und Ideengeschichte der Stadt gehen solle, darum, wie die Welt Berlin verändert - und Berlin die Welt.

Hinzu kommen Verfahrensfragen, die der Stiftungs-Vorstand aber nicht überbewertet wissen möchte. Die Satzung der Stiftung müsste geändert werden, sagt Manfred Rettig, denn die bislang beteiligte Zentral- und Landesbibliothek gehört zum 14-köpfigen Stiftungsrat. Im Rat sitzen Vertreter des Bundestags, der Bundesregierung, des Landes Berlin, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der ebenfalls am Humboldtforum beteiligten Humboldt-Universität. Berlin wird von Kulturstaatssekretär Tim Renner und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher vertreten. Wie aus dem Hause der Kulturstaatsministerin Monika Grütters zu hören ist, soll es noch im März in Sachen Humboldtforum außerdem ein Treffen zwischen Grütters und Michael Müller geben.

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