Kultur : Berlin verkauft sich wieder gut

Rekordbesuch: Bilanz des 9. Art Forum

Katrin Wittneven

Wenn heute das 9. Art Forum Berlin zu Ende geht, können die Veranstalter aufatmen. Bereits zur Vernissage am vergangenen Freitag wurde ein Rekordbesuch von 12 000 Besuchern registriert. Das Niveau der Messe hat nicht nur mit der Begleitausstellung „Made in Berlin“ gewonnen, sondern vor allem mit Ausstellern, die marktfrische Ware und herausragende Stücke präsentieren. Das honorierten die Sammler. Die Galerie Krobath Wimmer aus Wien verkaufte eine Installation von Monica Bonvicini für 18 000 Euro und Christian Nagel (Köln/Bonn) ein Gemälde von Martin Kippenberger aus dem Jahre 1981 für 45 000 Euro.

Erwartungsgemäß war die Malerei in diesem Jahr besonders gefragt. Ein atelierfrisches Bild von Neo Rauch konnte für 170 000 Euro verkauft werden, und auch die jüngeren Positionen bei der Galerie Eigen + Art (Leipzig/Berlin) sind gefragt: Bereits nach dem Wochenende waren die angebotenen Werke von Matthias Weischer, David Schnell, Carsten Nicolai und Tim Eitel ausverkauft. Auch Ibid (Vilnius/London ) traf mit den traumartigen Gemälden des 23-jährigen Rigaer Malers Janis Avotins den Nerv der Zeit und nimmt kein einziges Werk wieder mit zurück. Contemporary Fine Arts aus Berlin veräußerte ein Bild Daniel Richters für 85 000 Euro, und auch Thaddaeus Ropac (Salzburg/Paris) ist zufrieden mit den Verkäufen: Vier Gemälde von Bernhard Martin zwischen 14 000 und 40 000 Euro wurden veräußert. Eine Zeichnung des jungen Hannoveraner Malers ging ans Museum of Modern Art. Auch bei der Fotografie war die Nachfrage erfreulich groß. Allein Fahnemann (Berlin) konnte 15 Arbeiten von Michael Wesely zu je 12 000 Euro verkaufen.

Den mit 5000 Euro dotierten Christian-Karl-Schmidt-Förderpreis für zeitgenössische Kunst erhalten Tobias und Raphael Danke für ihre von der Galerie Adamski aus Aachen gezeigte Installation „Die kubistische Höhle“. Die vom Projekt Zukunft, einer Initiative des Landes Berlin, gestifteten Preise für die besten Stände gingen an die Berliner Junggaleristin Joanna Kamm und Johnen+Schöttle aus Köln .

Als Publikumserfolg erwies sich die von Berliner Galeristen organisierte Alternativ-Veranstaltung „Berlinerliste“ in einer ehemaligen Schule, wobei das Angebot hier sehr heterogen war. Eine Überraschung war dagegen der 1. Berliner Kunstsalon in der Arena in Berlin-Treptow. Zahlreiche Ateliergemeinschaften, Galerien und Kuratoren schafften hier ein eindrucksvolles Gesamtbild der Werkstatt Berlin.

Messegelände, Haupteingang Masurenallee, heute noch von 12 bis 20 Uhr.

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