Berlinale : Kurzfilme mit Klängen unterlegen

Abseits des Starrummels bekommt bei der Berlinale auch der Nachwuchs seine Chance. Unter anderem im Bereich Komposition/Sound Design.

Berlin - Im Rahmen des 5. Berlinale-Talent-Campus beim "VW-Score-Competition" treten in diesem Jahr drei junge Komponisten gegeneinander an. Costas Fotopoulos kommt aus London, Titas Petrikis aus Vilnius und Ilja Coric aus Berlin. Sie werden innerhalb von neun Tagen jeweils drei vorgegebene Kurzfilme mit Klängen unterlegen. Die drei jungen Komponisten setzten sich im Vorfeld der Berlinale 2007 gegen 3000 Mitbewerber durch. Seit dem 5. Februar arbeiten die Künstler im Studiokomplex von waveline in Berlin-Schöneberg.

Die Postproduktions-Firma in Nachbarschaft des Gleisdreiecks stellt für den Stab des "VW-Score-Competitions" einen Teil ihrer Technik zur Verfügung. Dort, wo sonst "Polizeiruf 110", Fernsehspiele, Dokumentarfilme oder Untertitelungen bearbeitet werden, vervollkommnen die drei Talente ihre Werke. Die Arrangements wurden im legendären Sendesaal 1 vom Studiokomplex Nalepastraße mit dem Filmorchester Babelsberg eingespielt.

Erster Preis ist eine Reise nach Los Angeles

Der Zeitplan ist straff. Denn schon am 14. Februar sollen die Teams die eingespielten Werke an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" (hff) in Potsdam-Babelsberg endgültig mit den Filmbildern in Einklang bringen. Hier steht ein Tonpult, das es so auf der Welt nur noch zweimal gibt. Fotopoulos, Petrikis und Coric wird dabei von berühmten Mentoren über die Schulter geschaut: Jan Kaczmarek, Oscar-Gewinner von 2005 (für die Musik von "Finding Neverland"), Martin Steyer, Mischtonmeister und Professor aus Babelsberg, sowie Martin Todsharow, in Berlin ansässiger Komponist (u.a. "Elementarteilchen"). Bereits am Abend tagt dann die Jury. Als erster Preis winkt eine Reise nach Los Angeles mit dem Besuch eines Hollywood-Tonstudios.

Am 15. Februar um 11 Uhr werden alle Beteiligten im Hebbel am Ufer (Hau 1) eine Fachdiskussion zum Stand der Filmmusik führen. Dabei sind die frisch vertonten Filmausschnitte zu sehen - ein Video, ein Animationsfilm, ein Ausschnitt aus "Finding Neverland" sowie ein Imagefilm für Hauptsponsor VW.

Ehrengast des Vormittages ist die Szenegröße Gy Maddin, die gerade in deutschen Kinos mit dem Film "The Saddest Music in the World" für Furore sorgt. Am Abend des 15. Februars steht Maddin dann in der Deutschen Oper an der Bismarckstraße im Mittelpunkt. Als Teil des Berlinale-Forums erklingen hier seine live eingespielten Vertonungen zum eigenen Stummfilm "Brand Upon the Brain!", Erzählerin auf der Bühne ist Isabella Rossellini. (ddp, Torsten Hilscher)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben