Berlinale : "Lost in Beijing" nach Zensur frei

Der chinesische Film "Lost in Beijing" darf jetzt doch auf der Berlinale gezeigt werden. Chinas Behörden stimmten zu, nachdem fünf Szenen geändert wurden.

Peking - "Das Verfahren lief nicht reibungslos", sagte Produzent Fang Li. "Wir haben den Film fünf Mal geändert und bekamen erst dann die Erlaubnis für die Berlinale." Die Schnitte bezogen sich auf Teile des Filmes, die aus Sicht der Zensoren ein negatives Bild von Peking zeigen.

Der Film von Regisseur Li Yu, der auf Chinesisch "Ping Guo" (Apfel) heißt, erzählt von zehntausenden Wanderarbeitern, die nach Peking strömen. Im Mittelpunkt steht eine Liebesgeschichte zwischen dem Boss eines Massagesalons (Tony Leung) und einer Mitarbeiterin (Fan Bingbing). Alle Szenen auf dem Tian'anmen-Platz mit der Nationalflagge und den dreckigen Straßen seien herausgeschnitten worden, so Li Yu.

Der Tian'anmen-Platz, der 1989 Schauplatz der niedergeschlagenen Demokratiebewegung war, ist in China bis heute ein heikles Thema. Ein Vertreter der staatlichen Verwaltung für Radio, Film und Fernsehen sagte lediglich, es sei "im Wesentlichen richtig", dass "Lost in Beijing" nun für das Festival freigegeben sei. (tso/dpa)

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