Berlinale-Promis : Daniel Brühl: Erst Filmtod, dann Fete

Jubel im Friedrichstadtpalast: die Premiere des deutschen Wettbewerbsfilms "John Rabe" war ein Riesenerfolg. Nur eine der Hauptpersonen fehlte kurzzeitig

Sonja Pohlmann
Danie Brühl
Tarantino ging vor. Daniel Brühl durfte nach dem Dreh für den Tarantino-Film dann doch noch auf seinen aktuellen Streifen...Foto: ddp

Die Premiere ihres Films verpassen Schauspieler nur ungern. Besonders muss sie das betrüben, wenn das Werk über alle Maßen bejubelt wird wie am Samstagabend „John Rabe“. Rund zwei Dutzend Beteiligte bat Regisseur Florian Gallenberger hinterher auf die Bühne des Friedrichstadtpalasts. In der Regel ist solch ein Menschenauftrieb ein Stimmungskiller, diesmal aber wollten die Leute nicht mehr aufhören zu applaudieren. Doch Daniel Brühl hatte keine Wahl: Statt im Kino zu sitzen, musste er sich erschießen lassen, Quentin Tarantino wollte es so. „Dann macht man das eben“, sagte Brühl, der mit dem US-Regisseur gerade die letzten Szenen zu „Inglourious Basterds“ dreht und in „John Rabe“ den jüdisch-stämmigen Diplomaten Georg Rosen spielt. Nach seinem Filmtod war Brühl aber schnell wieder fit und schaffte es zur Premierenparty in die Bar Tausend. Hier drängten sich die Gäste so eng, dass sogar Til Schweiger den Überblick verlor. „Wo sind denn hier die Stars?“, fragte er und hätte fast übersehen, dass Brühl direkt vor ihm stand. Schnell gab’s eine herzliche Umarmung und nette Worte. Wenige Meter weiter feierte Schauspielerin Nadeshda Brennicke, später kamen Comedian Mario Barth und Produzent Oliver Berben, die gemeinsam von Party zu Party streiften, dazu. Derweil hatte sich Schauspieler Steve Buscemi, bekannt aus „The Big Lebowski“, „Pulp Fiction“ und jetzt auch „John Rabe“, in einer ruhigeren Ecke eingerichtet.

Besonders freuten sich Thomas Rabe und seine Frau Elisabeta über den Trubel. Sie waren Ehrengäste: Thomas Rabe, Arzt und Professor in Heidelberg, ist der Enkel John Rabes, der beim Massaker von Nanking 1937 rund 200 000 Chinesen das Leben rettete und als „Oskar Schindler Chinas“ gilt. Er war nach der Premiere begeistert, wie gut Gallenberger das Leben seines Großvaters inszeniert hat, wie treffend ihn Hauptdarsteller Ulrich Tukur spielt. „Vor allem zeigt die Geschichte, wie viel ein Mensch mit Zivilcourage bewirken kann. Toll, dass sie verfilmt wurde.“ sop

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