Berlinale : The Edge: Let’s rock again

Der Gitarrist The Edge von U2 und die Einstürzenden Neubauten sind in Dokumentationen auf der Berlinale zu sehen.

Andreas Conrad

BerlinDie Mauer stand noch, aber sie hatte schon große Löcher, als sich am 21. Dezember 1989 die Einstürzenden Neubauten von Kreuzberg aus gen Lichtenberg aufmachten, um im VEB Elektrokohle aufzutreten. Noch gab es eine Grenzkontrolle, an sich nur noch pro forma. Heiner Müller hatte dieses schon historisch zu rühmende Konzert arrangiert. Auch er gehört daher, neben Blixa Bargeld, FM Einheit und den übrigen Neubauten, zu den Protagonisten des Dokumentarfilms von Uli M. Schueppel, der am Mittwoch, 17 Uhr, im International an der Karl-Marx-Allee Premiere hat – im 20. Jahr danach, mit der fast kompletten Band. Nur Bargeld fehlt, er weilt gerade im sonnigen San Francisco.

Der Regisseur hatte die Fahrt nach Ost-Berlin und das Konzert damals mit einer Handkamera begleitet, durfte sich auch im Backstage-Bereich herumtreiben. Jetzt hat er in einigen Fans die Erinnerung en von damals noch einmal beschworen, ist mit ihnen ihre alten Wege zum Konzertort noch einmal abgeschritten; eine Konfrontation von Vergangenheit und Gegenwart im Klange der E-Gitarren.

Im Vorjahr waren Rock und Pop ein großes Thema der Berlinale, mit den Stones, Madonna, Neil Young, Patti Smith. Diesmal spielen Musiker eine untergeordnete Rolle, verschwunden sind sie nicht. Filmkomponist Maurice Jarre bekommt am Donnerstag, 0:30 Uhr, bei der Aufführung von „Lawrence of Arabia“ sogar einen Ehrenbären. Und bereits an diesem Dienstag, 21 Uhr, wird im Friedrichstadtpalast ebenfalls der Rock’n’Roll gefeiert, mit The Edge von U2. Sänger Bono war schon 2000 auf dem Festival, als Wim Wenders’ Ideengeber zu „The Million Dollar Hotel“. Diesmal also der Gitarrist, neben Jimmy Page (Led Zeppelin) und Jack White (White Stripes) einer der Protagonisten des Dokumentarfilms „It Might Get Loud“ von Davis Guggenheim. Vor zwei Jahren erhielt seine Öko-Dokumentation „Eine unbequeme Wahrheit“ einen Oscar, diesmal widmete er sich Erfreulicherem: der Rockmusik am Beispiel dreier Gitarristen, samt gemeinsamem Auftritt im Studio und Ausflügen zu historischen Stätten des Rock, etwa nach Dublin. Vielleicht erzählt ja The Edge hinterher bei der Presse-Fragestunde, wo er denn die originale Vierspuraufnahme des U2-Hits „Where the Streets Have No Name“ aufgetrieben hat. 

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