Kultur : Berlinale: Wer geht

Knapp 22 Jahre lang hat er die Berlinale als ihr Chef geprägt, streitbar, temperamentvoll, durchsetzungsfähig. Moritz de Hadeln ist gleichzeitig durch und durch Europäer: 1940 im britischen Exeter geboren, wuchs er als Sohn eines britischen Offiziers und einer rumänischen Malerin in Italien, Frankreich und der Schweiz auf und wurde zunächst Fotograf und Dokumentarfilmer. 1969 gründete er zusammen mit seiner Frau Erika das Dokumentarfilmfestival im schweizerischen Nyon, wurde 1972 Chef des Filmfestivals in Locarno und wechselte 1979 nach Berlin. In seiner langen Berliner Amtszeit sicherte er der Berlinale neben Cannes und Venedig einen Platz unter den großen Filmfestivals der Welt. Letztes Jahr lösten die Berliner Festspiele - eine Klausel in seinem Vertrag anwendend - das Arbeitsverhältnis zum 30. April 2001 auf. De Hadeln hat mit seiner Frau die Beratungsfirma "de Hadeln & Partners" gegründet, die sich vor allem um den asiatischen Film kümmern will.

Der geistig prägendste Kopf der Berlinale ist wohl Ulrich Gregor. Unter ihren Chefs ist er auch der, der am längsten gedient hat: Drei Jahrzehnte seiner Biografie sind untrennbar mit dem Festival verbunden. Geboren am 18. September 1932 in Hamburg, arbeitete er nach dem Studium zunächst als Filmpublizist. 1963 gründete er die Freunde der Deutschen Kinemathek, die nach 1968 Parallelfestivals zur Berlinale veranstalteten. Wegen ihres politisch und ästhetisch innovativen Profils wurden die "Freunde" 1971 in die Berlinale integriert und veranstalten seitdem als eigenständige Sektion das Internationale Forum des Jungen Films, dessen Leitung Gregor zum nächsten Jahr abgibt. Die künftige finanzielle und strukturelle Organisationsform des Forums innerhalb der Berlinale - der Bund tritt bald als alleiniger Geldgeber auf - ist noch offen. Gregor, dessen Vertrag formal bis 2003 läuft, wird mit seiner Frau Erika weiter im Auswahlgremium des Forums mitarbeiten. Das Ehepaar hat zwei Töchter.

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