Kultur : Berliner Auktionshaus Irene Lehr: Die 60er kommen!

MK

Auktionshäusern bieten immer Überraschungen. Bei Irene Lehr, die am 28. April ihre Frühjahrsversteigerung mit Kunst des 20. Jahrhunderts und Objekten aus Afrika und Altamerika durchführt, lautet sie: Die sechziger Jahre kommen. Mehrere hochinteressante Werke dieser heute vom Kunsthandel eher stiefmütterlich behandelten Zeit warten auf einen Käufer - zu geradezu verblüffend niedrigen Schätzpreisen.

Peter Sorge war ein Hauptvertreter des Kritischen Realismus der 60er Jahre in Berlin. Mit seiner Verbindung von Pop-Elementen, Collage-Technik und krassem Realismus fand er zu einem unverwechselbaren Malstil, der in zwei Beispielen präsent ist, etwa in dem "Knobelbecher", einem großen, eindrucksvollen Gemälde von 1968 für gerade einmal 4500 Mark. Noch preiswerter ist Hermann Alberts monumentales Satirebild dreier "Sieger" von 1972 für 3000 Mark, während Wolfgang Petricks schriller "Mechaniker" aus dem Jahr 1966 immerhin 10 000 Mark kosten soll.

Zu den höher dotierten Werken gehören auch eine Grosz-Zeichnung von 1917 und ein Stillleben von Hermann Glöckner für je 30 000 Mark. "Schnäppchen" gibt es auch bei aktueller Kunst: ein Konvolut von zwölf Fotografien von Thomas Florschütz werden für 600 Mark angeboten werden.

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