Berliner Clubnacht : "Wir wollen ein neues Bild vermitteln"

Frank-Walter Steinmeier zur Berliner Clubnacht, die vom Außenministerium mitveranstaltet wird.

Steinmeier
Frank-Walter Steinmeier lädt zur europäischen Clubnacht. -Foto: dpa

Herr Minister Steinmeier, das Außenministerium als Mitveranstalter einer „Berliner Clubnacht“ – das müssen Sie uns erklären!

Die Idee für eine Clubnacht entstand während der Vorbereitungen für den 50. Jahrestag der EU-Verträge. Wir haben uns überlegt: Wie können wir den europäischen Gedanken an junge Menschen herantragen? Jemand meinte, lasst uns doch einmal DJs aus ganz Europa in Berliner Clubs einladen und zeigen, wie vielfältig Europa auch hier ist. Das schien uns einen Versuch wert.

Die erste „Clubnacht“ hatte mit dem 50. Jubiläum der EU-Verträge einen konkreten Anlass. Wird jetzt einfach ein erfolgreiches Konzept weitergeführt, auch wenn ein Grund zum Feiern fehlt?

Interesse für Europa wecken, vielleicht sogar Begeisterung, ist für mich nicht eine Frage des Anlasses. Diese Aufgabe stellt sich jeden Tag, immer wieder. Deswegen hoffe ich, dass wir mit der europäischen Clubnacht eine Tradition begründet haben. Wie im letzten Jahr wird es DJs und Bands aus allen EU-Ländern geben. Und erstmals sind auch VJs dabei, die im Live- Mix visualisieren, was Europa und seine Clubszene ausmacht. Wir wollen zeigen: Die kulturelle Vielfalt Europas hat gerade für junge Leute etwas zu bieten! Auch wenn die europäischen Entscheidungsprozesse oft kompliziert scheinen, eröffnet Europa doch vor allem große Chancen.

Sie haben sich seit längerem des Themas „Kreativwirtschaft“ angenommen. Gibt es in Berlin zu wenig Partys, so dass sich auch noch das Außenministerium einschalten muss?

Nein, das sicher nicht. Aber Kunst und Kultur werden in der Außenpolitik immer wichtiger – weil sie Menschen dort erreichen, wo klassische diplomatische Mittel nicht greifen. Daher tun wir in diesem Bereich sehr viel, sei es mit der Reform der Goethe-Institute, sei es mit unserer Partnerschulinitiative. Nicht zuletzt geht es ja darum, welches Bild von Deutschland wir vermitteln. Wir haben doch ein Interesse daran, uns als ein modernes und weltoffenes Land zu präsentieren. Hier kommt die Kreativwirtschaft ins Spiel: Sie hilft, ein solches Bild entstehen zu lassen. Außerdem ist sie, ganz besonders in Berlin, zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden.

Hilft Ihr Haus, das Berliner Potenzial international zu vermarkten?

Wir versuchen es – auch wenn ich immer mehr den Eindruck habe, dass das eigentlich gar nicht nötig ist. Wohin ich auch reise, überall begegne ich einem sehr großen Interesse an Berlin. Natürlich ist es eher die Aufgabe der GoetheInstitute oder des Instituts für Auslandsbeziehungen, konkrete Projekte zu unterstützen. Aber auch das Auswärtige Amt und unser weltweites Netz von Botschaften und Konsulaten versuchen zu helfen. Gerade unterstützen wir vier große deutsche Museen dabei, in den Emiraten Fuß zu fassen. Eine erste Delegation unter Leitung unter Leitung meines Hauses war bereits dort. Die Signale sind gut. Ich bin zuversichtlich, dass hiesige Museen schon bald auch im Mittleren Osten präsent sein können.

Die Fragen stellte Bernhard Schulz.

Die Europäische Clubnacht findet morgen ab 23 Uhr in 34 Berliner Clubs statt, der Eintritt kostet 12 Euro. Weitere Informationen unter www.clubcommission.de

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