Kultur : Berliner Ensemble: Vor der Einigung mit Rolf Hochhuth

Der Mietvertrag zwischen dem Berliner Senat und der Ilse-Holzapfel-Stiftung über die Nutzung des Theaters am Schiffbauerdamm als Spielstätte des Berliner Ensembles steht kurz vor dem Abschluß.In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten der zukünftige Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, und der Dramatiker Rolf Hochhuth als Vertreter der Gebäude-Eigentümerin "alle Mißverständnisse" für ausgeräumt.In einer eigenen Stellungnahme erklärt Hochhuth, Peymann werde sein Stück "Der Stellvertreter" ins Repertoire des Berliner Ensembles übernehmen.An dem klärenden Gespräch zwischen Hochhuth und Peymann hatte auch dessen Co-Direktor und Chefdramaturg des Wiener Burgtheaters, Hermann Beil, teilgenommen, der mit ihm zur Spielzeit 1999 /2000 vermutlich nach Berlin wechseln wird."Die Einigung war erzielt, sobald wir anfingen, von Theater und Drama zu reden - statt über Juristisch-Vertragliches!" schreibt Hochhuth.Peymann habe ihn darum gebeten, das Stück, das die Zusammenhänge zwischen katholischer Kirche und Nationalsozialismus zum Thema hat, durch zusätzliche Elemente, "vielleicht in Form eines Prologs", zu ergänzen und damit aktuelle Bezüge herzustellen.Wie mehrfach berichtet, hatte Hochhuth sich in den vergangenen Wochen nicht bereit erklärt, den bereits paraphierten Vertrag zu unterschreiben.Daraufhin hatte der Berliner Senat gedroht, für das Berliner Ensemble eine andere Spielstätte zu suchen.Diese Drohung hatte sich mit Blick auf den Rückzug des Musical-Unternehmers Wolfgang Bocksch aus dem jetzt vakanten Schiller-Theater noch verschärft.Strittig war vor allem die genaue Umsetzung der vertraglich garantierten Zusage an Hochhuth, zu gewissen Zeiten im Jahr Stücke seiner Wahl am Berliner Ensemble inszenieren zu können.Dabei war es auch um mögliche Aufführungen des "Stellvertreters" gegangen.Offenbar hat Hochhuth jetzt eingewilligt, sein Recht, andere Stücke aufzuführen, erst ab dem Jahr 2000, also nach der für 1999 vorgesehenen längeren Umbauphase, wahrzunehmen.Der Sprecher des Berliner Kultursenators, Axel Wallrabenstein, zeigte sich "hoch erfreut" über die Einigung.Der Vertrag werde in exakt jener Form unterschrieben, die bereits paraphiert worden sei.Der juristische Vertreter des Landes Berlin, Anwalt Peter Raue, erklärte: "Solange ich die Unterschrift nicht gesehen habe, bleibe ich skeptisch." Der Vertrag wird zunächst für einen Zeitraum von 15 Jahren geschlossen, mit einer Option für weitere 15 Jahre. Tsp

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