Berliner Flötisten im Kammermusiksaal : Mit Lust am starken Zauberton

Mozart, Bach, Debussy und ein Medley an Weihnachtsliedern: Die 14 Berliner Flötisten feiern ihr 20-jähriges Jubiläum im Kammermusiksaal der Philharmonie.

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Die 14 Berliner Flötisten
Seit 20 Jahren am Föten: Die 14 Berliner Flötisten.Foto: Sebastian Rosenberg

„Hustet nicht, und bleibt uns wach! Viel Vergnügen, jetzt kommt Bach.“ So moderiert der beliebte Conférencier Klaus Wallendorf, der als ehemaliger Hornist der Berliner Philharmoniker auf seiner Wanderschaft zwischen Sprachenimitation und Mundarten die 14 Berliner Flötisten mit goldenem Humor umgarnt. Aber es wird auch über Wissenswertes geplaudert, wenn es um Claude Debussy und Georges Bizet aus dem Lieblingsland der Flötisten geht, um eine „instrumentale Richtigstellung“ des „Nachmittag eines Fauns“ durch die Bearbeitung für 14 Flötisten von Werner Tast.

Denn das einzigartige Ensemble feiert im Kammermusiksaal vor einem besonders geneigten und animierten Publikum sein zwanzigjähriges Bestehen. Als Primus inter Pares fungiert der Initiator und Gründer Andreas Blau, Soloflötist der Berliner Philharmoniker von 1969 bis 2015, erfolggekrönt nach jeder seiner solistischen Finessen im Orchester.

Hier und jetzt ist und bleibt er Leiter einer musikalischen Formation, deren Farbenreichtum über die gängigen Flöten, elitär gespielt, bis zu Kontrabass- und Subkontrabassflöte reicht. Dargeboten wird, wie Siegfried Matthus (Piccolo-)Flötenwellen sich kräuseln lässt bis nieder in Meerestiefe oder auch Flint Juventino Beppe Gefälliges für das Ensemble komponiert hat. Vor allem indes bearbeitete Klassik.

Zum Weihnachtslieder-Medley kommen 20 weitere Flötisten

Herausforderung und Hit zugleich ist der „Hummelflug“ von Rimsky-Korsakow, denn virtuoser können sich selbst die Insekten nicht vergnügen. Christiane Hupka aus der Staatskapelle Berlin hat das Scherzo aus Mendelssohn Bartholdys „Sommernachtstraum“ so arrangiert, dass die Luftgeister trillernd schwirren.

Ein Weihnachtslieder-Medley lockt 20 weitere Flötisten zusätzlich aufs Podium, eine Schar von Schülerinnen und Schülern offenbar, um die Zuhörer aufzufordern, froh und munter zu sein, denn „Morgen kommt der Weihnachtsmann“.

Wann proben die Vierzehn eigentlich zusammen? Alles Spitzenmusiker, kommen sie aus den großen Berliner Sinfonie- und Opernorchestern. Und wie sie ihre gemeinsamen Probenzeiten den obligatorischen Dienstplänen in Konzertsälen oder Orchestergräben abtricksen, das ist ihre Organisationskunst und Lust am Miteinander der Berliner Schlittenfahrt. Nicht zuletzt Liebe zum Instrument mit seinem von Tamino besungenen „starken Zauberton“.

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