Kultur : Berliner Kräche

In Sachen Babylon: Wurde das Kino Balázs begünstigt?

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Der seit Monaten schwelende Krach um die Zukunft des Berliner Filmkunsthauses Babylon geht in dieser Woche wohl in seine letzte Runde. Am Mittwoch will Kultursenator Flierl den neuen Betreiber für das seit Anfang März geschlossene Haus bekannt geben, bereits am Donnerstag dürfte er sich im Abgeordnetenhaus für seine Entscheidung verantworten müssen – die GrünenFraktion will in einer Mündlichen Anfrage die Hintergründe einer „Connection-Nummer“ klären, wie deren kulturpolitische Sprecherin Alice Ströver auf Anfrage sagte.

Unter der ähnlich gelagerten Überschrift „Vergabegrund: Beziehung“ haben gestern die Kinobetreiber Hackesche Höfe/Central, EYZ (Macher des Eiszeit) und der bisherige Babylon-Betreiberverein eine ausführliche Presseerklärung versandt. Darin wird die voraussichtliche Vergabe des Babylon (sowie der jährlich 320000 Euro an kommunales Kino gebundenen Fördermittel) an die „Kino & Konzerte GmbH“ von Timothy Grossman und Tobias Hackel als wiederholte einseitige Begünstigung gebrandmarkt. Grossman und Hackel, die das Kino Balázs sowie zwei Open-Air-Veranstaltungen betreiben, würden auffallend von Flierl gefördert. So habe sich Flierl 2002 intensiv dafür eingesetzt, dass Grossman das Kino Kulturbrauerei zugesprochen bekomme, auch die Vergabe der Freilichtprojekte, wird in der Erklärung angedeutet, sei nur durch Protektion zustande gekommen. Auch sei das Babylon-Konzept Grossmans und Hackels von der ursprünglichen Findungskommission abgelehnt worden. Fazit: Derlei „Ungereimtheiten“ seien nicht hinzunehmen.

Timothy Grossman zeigte sich über die Vorwürfe verwundert. Mit Flierl habe er „noch nie persönlich gesprochen“, sagte er gegenüber dem Tagesspiegel. Auch Kulturverwaltungssprecher Wöhlert dementierte entsprechende Verbindungen. Dass nach den ersten Empfehlungen der Findungskommission eine neue, verkleinerte Kandidatenrunde zusammengestellt worden sei, habe an fachlichen Einwänden gegen die beiden von der Kommission ausgewählten Bewerber gelegen. Der Vorwurf der Mauschelei sei „hochgradig unsauber“. jal

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