Kultur : Berliner Kunstpreis: Gespräch mit Christian Jankowski

Sind Sie aufgeregt?

Sind Sie aufgeregt?

Ich war zunächst sehr gelassen. Doch je näher der Termin der Preisverleihung rückt, desto aufgeregter werde ich. Man kann sich dieser Sache gar nicht entziehen, ständig werde ich darauf angesprochen.

Haben Sie den Preis verdient?

Schwierige Frage, muss ich das beantworten?

Nur, wenn Sie mögen.

Jeder hätte diesen Preis verdient, keineswegs nur die Nominierten. Es handelt sich um sehr viel Geld und ich glaube, dass jeder von uns intensiv daran gearbeitet hat, als Künstler ernstgenommen zu werden.

Was werden Sie mit dem Geld machen?

Ein paar schöne Sachen bestimmt. Ich könnte mir neues Equipment kaufen. Wenn ich bedenke, dass ich meine Filme zu Hause auf einem 15 Jahre alten Fernsehgerät angucke. Anfang des Jahres musste ich meinen Galeristen in ernsten Gesprächen bitten, dass er mir noch einmal Geld leiht. Sowas wäre dann nicht mehr nötig. Außerdem würde ich gerne das Gesicht meiner Bankberaterin sehen, wenn ich plötzlich eine solche Summe einzahlen würde. Am liebsten aber würde ich eine Reise machen und meine Familie dazu einladen.

Sie sind 32 Jahre alt. Kommt ein solcher Preis zu früh?

Der Preis ist mit viel Aufmerksamkeit verbunden. Aber er wird auch belächelt. Dass er mein Werk beeinflussen und meine Selbsteinschätzung verändern könnte, nehme ich nicht an.

Wie würden Sie jemandem ihr Video-Arbeiten beschreiben, der Ihre Kunst nicht kennt?

Sie sind sinnlich.

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