Kultur : Berliner Kunstpreis: Gespräch mit Dirk Skreber

Sind Sie aufgeregt?

Sind Sie aufgeregt?

Nö. Anfangs war ich aufgeregt, weil mich der Hamburger Bahnhof vor eine schwer zu lösende Aufgabe stellte. Die riesige Halle ist ungeeignet, um Gemälde darin aufzuhängen. Einfach nur Wände einziehen, hätte mich nicht befriedigt. Ich musste mir etwas Umfassenderes ausdenken. So eine Art Power-Station. Meinen persönlichen Gewinn habe ich eingesackt, als die Installation fertig war. Ich bin überzeugt, dass ich die richtigen Entscheidungen getroffen habe.

Haben Sie den Preis verdient?

Selbstverständlich. Jeder, der sich entscheidet, Künstler zu sein, und zwanzig Jahre seines Lebens darin investiert, hat einen solchen Preis verdient. 100 000 Mark sind dafür eine lächerliche Summe.

Was werden Sie mit dem Geld machen?

Weiß ich nicht. Kriegt man da einen Scheck? Wie geht das? Ich müsste ja wahrscheinlich erst warten, bis es da ist. Dann würde ich mich beruhigen, gelassener werden.

Sie sind 39 Jahre alt. Kommt dieser Preis zum richtigen Zeitpunkt?

Noch vor fünf Jahren hätte ich gesagt: Er kommt viel zu spät. Aber über sowas denke ich nicht mehr nach. Die Kritik an der Höhe des Preisgeldes, der Kniefall vor den 100 000, sind mir unverständlich, wenn man bedenkt, was Sportler heutzutage verdienen.

Wie würden Sie jemandem Ihre Arbeiten beschreiben, der Ihre Kunst nicht kennt?

Das würde ich ja nie tun. Jedenfalls nicht freiwillig. Das führt nach meiner Erfahrung zu keinem Resultat.

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