Kultur : Berliner Kunstpreis: Gespräch mit Olafur Eliasson

Sind Sie aufgeregt?

Sind Sie aufgeregt?

Nö. Ich arbeite momentan so intensiv, bin ununterbrochen unterwegs, dass ich gar nicht dazu komme, mir Sorgen zu machen.

Haben Sie den Preis verdient?

Nee, habe ich wahrscheinlich nicht. Es stellt sich allerdings die Frage, ob man sich als Künstler eine solche Auszeichnung überhaupt verdienen kann. Ich bin jedenfalls nichts Besonderes. Weder im Vergleich zu meinen drei Konkurrenten, noch zu irgendjemandem sonst.

Was werden Sie mit dem Geld machen?

Ich rechne nicht damit, dass ich es bekommen werde, deswegen kann ich diese Frage nicht beantworten. Es ist wirklich sehr viel Geld. Ich könnte Jahre davon leben. Aber vielleicht lade ich meine Freunde ein, mit mir die Ferien zu verbringen.

Sie sind 33 Jahre alt. Kommt ein solcher Preis zu früh?

Er kommt eher viel zu spät. Jetzt kann ich von den Verkäufen meiner Kunstwerke leben. Als ich anfing, habe ich als Künstler überhaupt nichts verdient und hätte des Preisgeld gut gebrauchen können. Ich glaube auch nicht, dass ich den durch die Auszeichnung in mich gesetzten Erwartungen nicht genügen könnte. Niemand stellt höhere Ansprüche an mich als ich selbst.

Wie würden Sie Ihre Arbeiten jemandem beschreiben, der Ihre Kunst nicht kennt?

Ich würde sie gar nicht beschreiben, denn meine Kunst lässt sich nicht in Worten darstellen. Sie funktioniert als Erlebnis und Wahrnehmung, der man sich aussetzen muss. Gewiss sucht jeder sich selbst in solchen Erfahrungen. Der eine sieht rot, der andere blau, obwohl es sich an der Wand um dieselbe Farbe handelt.

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