Berliner Maerzmusik : Der Sonne entgegen

Das Stammhaus des Maerzmusik-Festivals, das Festspielhaus in der Schaperstraße, wird gerade renoviert, auch dafür ist Geld da – deswegen also der Marsch gen Mitte in die Volksbühne. Inhaltlich gibt es Grund zum Strahlen.

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Man staunt an diesem Mittag im Volksbühnen-Foyer am Rosa-Luxemburg-Platz: Worüber man sich als Festival-Macher in Sachen „aktuelle Musik“ so alles freuen kann! Bei wem oder was man sich so alles bedanken kann! Das fängt beim Gastgeber Volksbühne an (in Gestalt von Stefan Rosinski, der gerne betont, welch inniges Verhältnis er als Ex- Generaldirektor der Berliner Opernstiftung zum Musiktheater pflege) – und hört bei den internationalen Koproduzenten und den diversen Mitgeldgebern noch lange nicht auf. Mit 300.000 Euro steht dieses Jahr die Bundeskulturstiftung in der Pflicht, mit 200.000 Euro der Hauptstadtkulturfond. Das Stammhaus des Maerzmusik-Festivals, das Festspielhaus in der Schaperstraße, wird gerade renoviert, auch dafür ist Geld da – deswegen also der Marsch gen Mitte.

Auch inhaltlich hat Maerzmusik-Chef Matthias Osterwold Grund zum Strahlen. „Utopie (verloren)“ lautet das, nun ja, etwas arg dialektische Festival-Motto, das vom 19. bis 28. März insgesamt 18 Uraufführungen und sechs deutsche Erstaufführungen bündelt. Uraufführungen von Georg Friedrich Haas, Klaus Huber, Isabel Mundry und Dieter Schnebel stehen auf dem Programm, Erstaufführungen von Olga Neuwirth und Salvatore Sciarrino. Starke Namen. Und renommierte Produktionen. Die Eröffnung bestreitet Rebecca Horns hoch gelobte Salzburger Inszenierung von Sciarrinos Erfolgsstück „Luci miei traditrici“, und Beat Furrers „Wüstenbuch“ nach Texten u. a. von Ingeborg Bachmann und Händl Klaus (vor drei Tagen erst in Basel uraufgeführt) gastiert in einer Inszenierung von Christoph Marthaler an der Schaubühne. Überhaupt und neben fast schon traditionellen Festival-Schienen wie der Sonic Arts Lounge oder dem Schüler-Projekt Querklang ist 2010 das Jahr des Musiktheaters: Mela Meierhans „Rithaa – ein Jenseitsreigen II“ erhellt hier ebenso den Horizont aktueller Produktivität wie Lucia Ronchettis „Der Sonne entgegen“ in der Regie Michael von zur Mühlens.

Infos unter: www.berlinerfestspiele.de

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