Kultur : Berliner Opernstreit: Intendanten kritisieren Senat

Die Berliner Opernintendanten wollen nicht länger um die Zukunft ihrer Häuser zittern. Nachdem der Senat am Dienstag eine Entscheidung über die von Kultursenator Christoph Stölzl geforderten mehrjährigen Subventionsverträge sowie einen Tarifausgleich für die Bühnen verschoben hatte, fand André Schmitz, der kommissarische Intendant der Deutschen Oper, gestern scharfe Worte: "Wir sind sehr unglücklich darüber, dass sich die Politik um dieses Kernproblem herumgemogelt hat. Die Politik weiß doch genau Bescheid über unsere Finanz-Probleme und handelt fahrlässig, wenn sie hier aus parteipolitischen Gründen keine Klärung herbeiführt", kritisierte Schmitz und meinte damit vor allem den Widerstand aus den Reihen der SPD gegen langfristige Zuschusszusagen für die Opernhäuser nach dem Vorbild des Hochschulen-Finanzierungsmodells. Überrascht zeigten sich die Intendanten von der Tatsache, dass Stölzl keinen unabhängigen Fachmann für den Vorsitz des "Opernrats" gefunden hat. Das Gremium, mit dem eine konstruktive Spielplanabsprache gewährleistet werden soll, wird nun vom Kultursenator selber geleitet. Staatsopernintendant Georg Quander dementierte ein weiteres Mal Berichte über eine Übernahme seines Hauses durch den Bund.

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