Kultur : Berliner Opernstreit: Zimmermann will Opern-Koalition mit Daniel Barenboim

Der designierte Intendant der Deutschen Oper Berlin, Udo Zimmermann, will den schwelenden Berliner Opernstreit durch eine "Koalition" mit dem Musikchef der Staatsoper Unter den Linden, Daniel Barenboim, beenden. Die Querelen könnten beigelegt werden, "wenn wir den Graben, der zwischen Ost- und Westberlin liegt, endlich schließen", sagte Zimmermann im InfoRadio Berlin-Brandenburg. Deshalb sei es bei der Wahl des Generalmusikdirektors auch nicht sein Ziel, einen "starken Dirigenten gegen Barenboim" an der Deutschen Oper zu etablieren. "Wir sind gemeinsam verantwortlich für das Opernschaffen in Berlin", sagte Zimmermann: Es gehe nicht nur um Dirigenten, es gehe um eine Neubewertung der Oper überhaupt. Unterdessen geht das Rätelsraten um den Vertrag weiter, mit dem der derzeitige Generalmusikdirektor der Deutschen Oper, Christian Thielemann, an dem Haus gehalten werden soll. Auch wenn derzeit noch die Anwälte über Formulierungen brüten, sei eine generelle Übereinkunft erzielt, hatte Berlins Kultursenator Christoph Stölzl betont. Thielemanns Forderung nach Gleichberechtigung von Intendant und Musikchef wird nicht erfüllt, er soll aber weitgehende Kompetenzen für die Produktionen erhalten, die er dirigiert. Interessant ist dabei die Frage, ob er Sänger gegen den Willen des Regisseurs durchsetzen kann, auch wenn diese optisch oder darstellerisch den Anforderungen der Rolle nicht gerecht werden. In der Vergangenheit war Thielemann wiederholt mit dem vor kurzem verstorbenen Intendanten der Deutschen Oper, Götz Friedrich, in Besetzungsfragen aneinander geraten.

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