Kultur : Berliner Philharmoniker: die nächste Saison

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So viel Simon Rattle gab’s noch nie: Von den 131 Auftritten, die die Berliner Philharmoniker in der nächsten Saison zu Hause und auf Tournee absolvieren, übernimmt ihr Chefdirigent allein 72 Konzerte. In Berlin ist Rattle an 40 Abenden mit 16 Programmen zu erleben, die als Themen-Inseln über die Spielzeit verteilt sind. So präsentiert er innerhalb von drei Wochen Mahlers drei letzte sinfonische Werke, während er sich die Berlioz-Insel mit Claudio Abbado und Donald Runnicles teilt. Fast schon einen Kontinent für sich bilden die Beethoven-Sinfonien, die Rattle mit Orchesterstücken von Anton Webern konfrontiert. Nicola Luisotti, Gustavo Dudamel, Reinbert de Leeuw, Emanuelle Haim und Susanna Mälkki geben ihre Debüts; nach längerer Zeit kehren Christoph von Dohnanyi, Vladimir Ashkenazy und Yuri Temirkanov zurück.

Intendantin Pamela Rosenberg hatte einen Tag vor dem Jubiläumskonzert zum 125. Geburtstag des Orchesters außerdem angekündigt, die Rolle der Philharmoniker in der NS-Zeit solle untersucht werden, unter anderem mit Publikationen und einer Ausstellung. Neben weiteren Jubiläumsfestivitäten im November annoncierte sie reichlich Neuigkeiten: So wird es immer dienstags um 13 Uhr kostenlose 30-minütige Lunch-Konzerte geben. Unter dem Motto „Alla turca“ begegnen sich Orient und Okzident, mit Familienworkshops begleitet von der Education-Abteilung. Pianist in Residence wird Andras Schiff, Bariton Thomas Quasthoff betreut eine Reihe mit Liederabenden. Je 50 Tickets zu 15 Euro sind künftig bei jedem Konzert für Jugendliche reserviert. Herbert von Karajan, der am 5. April 2008 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, ehren die Philharmoniker gemeinsam mit Anne-Sophie Mutter und Seiji Ozawa mit Konzerten in Berlin, Salzburg, Wien, Luzern und Paris. (Infos: www.berliner-philharmoniker.de) Tsp

Rezension des Jubiläumskonzerts S. 31

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