Berliner Philharmoniker : NS-Vergangenheit wird aufgearbeitet

Zur Vergangenheit der Berliner Philharmoniker in der NS-Zeit soll in den kommenden Monaten ein Buch erscheinen, das insbesondere die Rolle des damaligen Chefdirigenten Wilhelm Furtwängler unter die Lupe nimmt.

Berlin - Die Berliner Philharmoniker wollen die Rolle des Orchesters in der NS-Zeit aufklären. "Die Geschichte der Philharmoniker im Nationalsozialismus ist nicht wirklich aufgearbeitet", sagte Intendantin Pamela Rosenberg. Neben einem Buch des Autors Mischa Aster, das die Geschichte der Philharmoniker zwischen 1933 und 1945 beschreibt, ist außerdem eine Ausstellung zu dem Thema sowie ein Fernsehfilm des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) geplant.

In der kommenden Spielzeit will das Orchester 93 Sinfoniekonzerte in Berlin geben, 72 Prozent davon werden von Chefdirigent Sir Simon Rattle geleitet. Außerdem stehen weitere 38 Auftritte auf Gastreisen unter anderem nach New York auf dem Programm. Die Starsopranistin Anna Netrebko wird beim Europa-Konzert 2008 in Moskau gemeinsam mit dem Orchester auftreten.

Thomas Quasthoff tritt mit Sabaha Akkiraz auf

Eine Gegenüberstellung der Werke von Ludwig van Beethoven und Alban Berg sowie die Aufführung der 9. und 10. Sinfonie Gustav Mahlers gehören zu den Programmschwerpunkten der kommenden Spielzeit. "Wir schaffen Programminseln, kleine Festivals", sagte Rattle. Außerdem will sich das Orchester verstärkt der Musik des Orients widmen. In der kommenden Spielzeit sind dazu fünf Konzerte geplant. Unter dem Motto "Alla turca" werden Werke aus der Zeit Friedrichs des Großen der Musik türkischer Komponisten gegenüber gestellt. Der Bariton Thomas Quasthoff wird außerdem mit der in der Türkei gefeierten Sängerin Sabaha Akkiraz auftreten.

(tso/dpa)

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