Berliner Philharmoniker : Simon Rattle plant noch mal ganz große Oper

90 Konzerte in Berlin, 32 auf Reisen: Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker stellen ihre Pläne für die Saison 2016/17 vor.

von
Vier Freunde sollt ihr sein: Orchesterlvorstand Ulrich Knörzer, Sir Simon Rattle, Medienvorstand Olaf Maninger und Intendant Martin Hoffmann
Vier Freunde sollt ihr sein: Orchesterlvorstand Ulrich Knörzer, Sir Simon Rattle, Medienvorstand Olaf Maninger und Intendant...Foto: dpa/Carstensen

Der Abschied rückt näher: Die kommende Saison wird die letzte sein, in der Sir Simon Rattle exklusiv für die Berliner Philharmoniker da ist. Danach muss er sich zweiteilen, denn er wird vom Herbst 2017 bis zum Sommer 2018 parallel neuer Chef des London Symphony Orchestra sein und seinen Job in der deutschen Hauptstadt zu Ende bringen.

Dennoch mag der britische Dirigent am Donnerstag bei der Spielplanpräsentation in der Philharmonie nicht vom nahenden Schlussakkord sprechen. Weil er doch mit den Musikern jetzt schon viele Projekte für die Zeit nach der Stabübergabe an seinen Nachfolger Kirill Petrenko plane. Und weil er ja weiterhin mit seiner Familie in Berlin wohnen bleiben wird: „Ich mache weiter, von einer leicht anderen Position aus“, erklärt der Maestro – und will viel lieber von der nächsten Saison schwärmen: Besonders freut er sich darüber, dass John Adams als „composer in residence“ gewonnen werden konnte. Die beiden kennen sich seit mehr als 35 Jahren, und Rattle schätzt den Komponisten nicht nur für seine Partituren, sondern auch für seinen Humor.

Obwohl die Berliner Philharmoniker ja ein Sinfonieorchester sind, werden sie 2016/17 auch viel Oper spielen: Von Wagner den ersten Akt der „Walküre“ beispielsweise, dann „Herzog Blaubarts Burg“ von Bartok und „Le Grand Macabre“ von Ligeti sowie – in Berlin wie auch bei ihren Osterfestspielen in Baden-Baden – „Tosca“: „Die älteren Musiker haben mir von 1988 erzählt, als Herbert von Karajan mit dieser Puccini-Oper einen ganz besonders tiefen Eindruck hinterlassen hat“, sagt Rattle und fügt schmunzelnd hinzu: „Damit ich auch ja nicht nervös werde.“

122 Sinfoniekonzerte werden die Philharmoniker 2016/17 insgesamt geben, 90 davon in Berlin, die übrigen auf einer großen Nordamerika-Tournee im November sowie in der Hamburger Elbphilharmonie, in Athen, London oder auch im Ruhrgebiet. Die Saison startet am 27. August mit einem kostenlosen Freiluftkonzert auf dem Kulturforum.

Weitere Infos: www.berliner-philharmoniker.de

11 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben