Berliner Staatsoper : Kann der Eröffnungstermin gehalten werden?

Am 3. Oktober soll die Berliner Staatsoper endlich ins angestammte Gebäude Unter den Linden zurückkehren. Doch jetzt gibt es Hinweise darauf, dass das Haus dann noch nicht fertig sein könnte.

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Einbau der Nachhallgalerie, ein Foto vom Juni 2016.
Einbau der Nachhallgalerie, ein Foto vom Juni 2016.Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Das war ja wohl nichts. Als der Tagesspiegel vor sechs Wochen von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Bauen wissen wollte, ob es denn mit der Wiedereröffnung der Staatsoper am 3. Oktober klappt, hieß es: „Zu dem Termin gibt es noch Abstimmungsbedarf. Das Land Berlin wird im März ,sprachfähig’ in Sachen Eröffnung sein“. Der Februar ging zu Ende, der Frühling kam, nun startet auch der April mit manchem Scherz – nur die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Bauen ist weiterhin ohne Worte.

Dafür hat sich am gestrigen Nachmittag nun das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gemeldet. Mit der Nachricht, ihr für den 16. Oktober geplantes Gastkonzert Unter den Linden sei verschoben, „da das Haus nach der Wiedereröffnung noch nicht voll bespielt werden könne“. Was soll das bedeuten? In der Staatsoper will man sich dazu nicht äußern, bei der Senatsbauverwaltung verweist man auf den weiterhin nötigen „Abstimmungsbedarf“.

Vor Ort: immer noch klar eine Baustelle

Bleibt nur der Ortsbesuch. Straßenseitig präsentiert sich der Musentempel schon schick. Von Planen befreit ragen die Säulen empor, der goldene Schriftzug „Fridericus Rex Apollini et musis“ am Giebel strahlt. Und die Wände sind nicht mehr in Beige gestrichen, sondern in Altrosa, was vermutlich dem Original von 1742 entspricht.

Rechts und links des Opernhauses aber türmen sich noch die Baucontainer, am Bebelplatz gar in zwei Blöcken à vier Etagen, die wuchtig wirken wie Plattenbauten. Ein riesiger Kran streckt seinen Arm über dem Dach aus, der Bühnenturm ist weiterhin komplett eingerüstet, die Rückseite des Gebäudes bei der Hedwigskathedrale ebenso.

Das aktuellste Foto des Zuschauerraums, das die offizielle Baustellen-Webcam aufgenommen hat, stammt vom 3. Februar. Darauf ist deutlich zu erkennen, dass noch kein einziger Stuhl im Saal montiert ist. Ob es seitdem genug Fortschritte gab? Oder wird es doch noch zu einer weiteren Verzögerung kommen? In der Senatsbauverwaltung hält man es da ganz offensichtlich mit dem Bonmot des großen Medizinforschers Robert Koch: „Die Frage ist zu gut, um sie mit einer Antwort zu verderben.“

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