Kultur : Berliner Staatsoper: Pläne für 1998/99

Schließlich rechtfertigt die aktuelle Situation nun nachträglich Quanders so oft kritisierten Führungsstil: Hätte er nicht die Zahl der Spieltage drastisch verringert, touristische Marketingmaßnahmen wie die Hochpreis-Festtage initiiert und sein Ensemble verstärkt auf Tournee geschickt, säße er jetzt ebenso mit Millionenschulden da.Allein 1997 habe man durch Gastspiele 11,5 Millionen Mark eingespielt, wovon die Hälfte als Gewinn in die Staatsopernkasse flossen."Inzwischen ist auch die Antwort darauf auf dem Tisch, warum wir es uns in dieser Saison nicht leisten konnten, den "Ring" zu spielen, wohl aber die Deutsche Oper", fügte Quander beziehungsreich hinzu.In der Spielzeit 1998 / 99 ist Wagners Tetralogie aber wieder Unter den Linden zu sehen - ebenso wie "neun und ein Drittel" Premieren.Peter Greenaway und Saskia Boddeke inszenieren Darius Milhauds "Christophe Colomb" (24.10.), der bei seiner Uraufführung 1930 an der Staatsoper einen Riesenskandal auslöste.Als Dirigent gibt der neue Staatsopern-Kapellmeister Philippe Jordan seinen Einstand.Am 13.9.steht Jan Müller-Wielands "Komödie ohne Titel" auf dem Spielpan.Die "Wochen alter Musik" beschäftigen sich 1999 mit der deutschen Barockoper und präsentieren unter Leitung von René Jacobs die "Croesus"-Oper von Reinhard Keisers und die Übernahme von Hasses "Solimano", den Quander 1997 in Innsbruck inszenierte.Harry Kupfer setzt seinen Wagner-Zyklus am 28.3.mit dem "Tannhäuser" fort, Thomas Langhoff beginnt seinen Mozart-Zyklus am 21.5.mit dem "Figaro".Daniel Barenboim dirigiert beide Produktionen.Das Ballett bietet am 24.9.eine Drittelpremiere, wenn Peter Martins neben zwei Wiederaufnahmen von Forsythe und Baldwin "Fearful Symmetries" neu choreographiert.Weitere Produktionen werden von Mark Baldwin, David Sutherland und Partice Bart übernommen. F.H.

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