Kultur : Berliner Staatsoper setzt auf Regiestars

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Die Tonart ist neu: Während Pressekonferenzen an Berliner Opernhäusern normalerweise ein Anlass zum ausgiebigen Jammern sind, übt sich die Lindenoper bei der Vorstellung ihres neuen Saisonprogramms in Harmonie. Nichts, so scheint es, kann den Intendanten Peter Mussbach und seinen (zugleich als Chef der Opernstiftung amtierenden) Verwaltungsdirektor Georg Vierthaler diesmal aus der Ruhe bringen: Der marode Zustand des KnobelsdorffBaus? Man arbeite an Finanzierungskonzepten für die Sanierung (Mussbach). Die Probleme bei der Umstrukturierung des Balletts? Werden sich geben (Vierthaler). Die von der Staatsoper bis zuletzt bekämpfte Opernstiftung? Entwickelt sich stabil und hoffnungsvoll (Vierthaler).

Eitel Sonnenschein also, außerdem ein sattes Rücklagenpolster von vier Millionen Euro und ein Saisonprogramm, das mit zwei Uraufführungen und mit den großen Namen des Regietheaters prunkt: Kent Nagano dirigiert ein Projekt auf Musik des 1996 verstorbenen japanischen Komponisten Toru Takemitsu (14.10. 04), Hans Zenders neue Oper „Chief Joseph“ wird die letzte Premiere der Spielzeit sein (23.5.05). Dazwischen geben Bernd Eichinger („Parsifal“, 19.3.05), Michael Thalheimer („Katja Kabanova“, 22.1.05) und Sasha Waltz („Dido and Aeneas“, 19.2.05) ihre Operndebüts. Mit Nigel Lowery („L’italiana in Algeri“, 21.5.05) und Martin Kusej („Carmen“, 4.12.04) kommen zwei Topstars der Regieszene. Ach ja, einen Misston gab es doch noch: Die Deutsche Oper müsse so schnell wie möglich zu einer stabilen Leitungssituation kommen, forderte Vierthaler. Aber das kann man an der Staatsoper ja in Ruhe abwarten.jök

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