Berliner Stadtschloss : Fünf von acht

Wenige Tage vor der Bekanntgabe des Siegerentwurfs im Wettbewerb um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses ist mit dem Stadtplaner und Architekten Peter Zlonicky der fünfte von acht Fachpreis-Juroren auf Distanz zur Ausschreibung gegangen.

 Zlonicky hält "einen größeren architektonischen Spielraum als bisher beabsichtigt für angemessen", sagte er dem "Spiegel". Es sei "ärgerlich, wenn jemand den Eindruck erwecken" wolle, man könne einfach so "an etwas anknüpfen, das vor fast 60 Jahren zerstört wurde, und eine Identität herstellen, die es heute nicht mehr gibt".

Kritik am Wettbewerb und seinen Vorgaben, die das geplante Humboldt-Forum hinter drei barocken Fassaden vorschreiben, hatten letzte Woche bereits der Jury Vorsitzende Vittorio Lampugnani und seine Architekten-Kollegen Gesine Weinmiller und HG Merz geübt; Juror David Chipperfield hatte sich 2007 gegen eine Rekonstruktion ausgesprochen, seine Kritik jedoch später gemildert. Die übrigen Fachjuroren sind die Architekten Giorgio Grassi, Petra Kahlfeldt und Peter Kulka.

Über den Siegerentwurf enscheiden die acht gemeinsam mit sieben Sachpreisrichtern: Bauminister Wolfgang Tiefensee, Kulturstaatsminister Bernd Neumann, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), der CDU-Bundestagsabgeordnete Dirk Fischer, Kulturstaatssekretär André Schmitz und die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher für Berlin sowie Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das Votum wird am Freitag, 28. November, bekannt gegeben. (Tsp)

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