"Berliner Straßenszene" : Kirchner-Bild kann versteigert werden

Ernst Ludwig Kirchners "Berliner Straßenszene" kann wie geplant am Mittwoch in New York versteigert werden. Eine Strafanzeige gegen Berlins Bürgermeister Wowereit und Ex-Kultursenator Flierl sei gescheitert.

Berlin - Der Versuch, die geplante Versteigerung des Ernst-Ludwig-Kirchner-Gemäldes "Berliner Straßenszene" am Mittwoch in New York zu stoppen, ist gescheitert. Der Münchner Rechtsanwalt Daniel Amelung erklärte, die Berliner Staatsanwaltschaft sei nicht bereit, wegen einer möglichen Beschlagnahmung des Bildes an die US-Justizbehörden heranzutreten. "Jetzt sind uns die Hände gebunden", betonte er. Möglicherweise werde es jedoch "ein Nachspiel" geben. Dazu wollte er sich jedoch nicht näher äußern.

Ein Münchner Kunstsammler hatte wegen der Rückgabe der "Berliner Straßenszene" an die Erbin der früheren jüdischen Besitzer Strafanzeige gegen Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Ex-Kultursenator Thomas Flierl (Linkspartei/PDS) gestellt. Der Vorwurf lautete Verdacht der Untreue oder der veruntreuenden Unterschlagung. Grund waren Berichte, dass das Gemälde aus dem Berliner Brücke-Museum möglicherweise zu Unrecht als NS-Raubgut eingestuft worden und deshalb die Rückgabe rechtswidrig gewesen sei.

Mit der Strafanzeige sollte unter anderem erreicht werden, dass die Staatsanwaltschaft im Wege der Rechtshilfe die Beschlagnahme des Gemäldes in den USA zu erreichen versuche. So sollte die "rechtswidrige Veräußerung" verhindert werden. (tso/ddp)

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