Berliner Volksbühne : Frank Castorf verhandelt über Abschied

Ginge es nach Frank Castorf selbst, hätte er wohl nie ein Ende finden können. Doch voraussichtlich wird der Vertrag als Intendant der Berliner Volksbühne nicht oder nur geringfügig über 2016 hinaus verlängert.

Frank Castorf, Intendant der Berliner Volksbühne
Gekommen, um zu gehen: Frank Castorf, Intendant der Berliner Volksbühne - noch.Foto: dpa

Frank Castorfs Vertrag als Intendant der Berliner Volksbühne wird voraussichtlich nicht oder nur geringfügig über 2016 hinaus verlängert. Im Interview in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ sagte der 63-jährige Regisseur: „Es gibt ein großes Interesse in Berlin daran, dass ich aufhöre“. Dies sei der „Wunsch der neuen Berliner Kulturpolitik. Von meiner Seite hätte ich, da ich nie ein Ende finden kann, auch an der Volksbühne keins gefunden.“

Zur Zeit verhandelt er wohl mit der Kulturbehörde, er spricht im Interview von einer „kleinen Verlängerung, aber keine, die ausreichen würde, die Volksbühne neu zu strukturieren“. Ob das bedeutet, dass seine Amtszeit nochmals um ein oder zwei Jahre verlängert wird, sagte Castorf nicht. Sein Vertrag endet 2016.

Schon lange wird über die Zukunft des legendären Theaterdirektors spekuliert. In München hatte er zuletzt mit einer spektakulären Inszenierung von Bertolt Brechts „Baal“ für Aufsehen gesorgt. Sie wurde von den Erben gestoppt.

Seit 1992 leitet Castorf die Volksbühne. 2012 war sein Vertrag bis 2016 verlängert worden. Sein Abschied sei der Wunsch der neuen Berliner Kulturverwaltung, sagte er in dem Interview. Zugleich warf er der Berliner Kulturpolitik „Nichtprofessionalität“ und „Unkenntnis“ dessen vor, was Theater ist. (Tsp mit dpa)

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