Kultur : Berliner Zimmer (98)

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Von Natascha Meuser

Wir schauen hinter Fassaden, lüften Geheimnisse und erzählen Geschichten. Heute: das kollektive Waschbecken

Was für Zeiten! Als sich die Arbeiter im Akkord wuschen, um nach der Schicht in den verdienten Feierabend zu gehen, war jede Minute kostbar. Doch vorbei das Gedränge am Wasserhahn, vorbei auch die öligen Schlieren, die in den Abfluss hineinwirbelten. Von solchen Strapazen mag man beim Anblick dieses Badezimmers nichts mehr wissen. Hier kann der Körper frei, der Geist unbetrübt sein. Bei so viel Sinn für das Unkonventionelle sieht man es der kreativen Bewohnerin gerne nach, dass sich das Abflussrohr besonders strecken muss. Erlaubt ist eben, was nicht nur dem Auge Spaß macht.

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