Kultur : Berlinische Galerie gegen Kunsthalle

Die Debatte um eine Kunsthalle für Berlin geht weiter. Im Sommer öffnet am Humboldthafen eine vom Senat geförderte Ausstellung mit jungen Künstlern. Die „Leistungsschau“ soll die Entscheidungsgrundlage für die feste Kunsthalle sein, wie sie Klaus Wowereit fordert. Ein ähnliches Projekt gab es bereits mit der privat finanzierten Temporären Kunsthalle auf dem Schlossplatz. Fraglich ist, ob die an Museen und Galerien reiche Stadt sie überhaupt braucht. Die Berlinische Galerie plädiert dafür, die Mittel lieber in die vorhandenen Einrichtungen zu stecken. „Um uns herum geht die Post ab, und ich kann unglaublich wenig überhaupt erwerben“, sagte Thomas Köhler, Direktor des Landesmuseums für moderne Kunst, Fotografie und Architektur. „Die bestehenden Institutionen so zu übergehen zugunsten eines Projektes, was im Grunde das machen wird, was die anderen auch machen, wäre eine falsche Entscheidung.“ Erst recht, so Köhler, wenn die Halle nach zwei Jahren auch unterfinanziert wäre und mit den anderen konkurrieren würde. Für unrealistisch hält der Museumschef Zielgrößen von 250 000 Besuchern. „Mit welchen Künstlern soll das erreicht werden?“ Aktuelle Kunst werde es immer schwer haben, auf derartige Zahlen zu kommen. dpa

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