Kultur : Berlins Bühnen: Hesse geht – Wilms auch?

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An zwei Berliner Bühnen kündigen sich weitgehende personelle Veränderungen an. Volker Hesse, Intendant des Maxim Gorki Theaters, will seinen Vertrag über 2006 hinaus nicht verlängern. Er traf die Entscheidung im Einvernehmen mit Kultursenator Thomas Flierl. Hesse und sein Ensemble hatten in ihren ersten beiden Spielzeiten erhebliche Anlaufschwierigkeiten, doch jüngst konnten sie mit Inszenierungen der „Dreigroschenoper“, des Kästnerschen „Fabian“ und des „Bankenstücks“ zum Berliner Bankenskandal große Publikumserfolge erzielen. Über Hesses Nachfolge hat sich Flierl noch nicht geäußert.

Eine ähnliche Entwicklung deutet sich am Deutschen Theater an. Intendant Bernd Wilms, der zeitgleich mit Hesse gestartet war und zuvor das Maxim Gorki Theater mit Erfolg geleitet hatte, soll offenbar ebenfalls auf eine Verlängerung verzichten. Auch Wilms’ Vertrag läuft bis 2006. In Theaterkreisen wird sogar mit der Möglichkeit gerechnet, dass Wilms noch vor Vertragsende aufhört und Chefdramaturg Oliver Reese interimistisch das Deutsche Theater leitet.

Das Deutsche Theater hat nach einem erfolgreichen Neustart im September 2001 nicht alle Erwartungen erfüllt. Es kriselt seit einiger Zeit im Ensemble, vor allem junge Schauspieler zeigen sich unzufrieden. Für die kommende Spielzeit hat Bernd Wilms eine „deutsche Saison“ angekündigt. Michael Thalheimer, der mit seiner „Emilia Galotti“ dem Haus eine Kultinszenierung bescherte, wird Goethes „Faust I“ inszenieren. Noch schwieriger als die HesseNachfolge am Maxim Gorki Theater dürfte sich dann die Suche nach einem neuen DT-Chef gestalten. Der Intendantenmarkt ist derzeit einigermaßen leergefegt. Senator Flierl hat zwei große, wichtige Baustellen. Tsp

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