• Berlins Kulturszene begrüßt die Nominierung des Ex-Direktors des Historischen Museums

Kultur : Berlins Kulturszene begrüßt die Nominierung des Ex-Direktors des Historischen Museums

Jürgen Schitthelm, Direktor der Schaubühne am Lehniner Platz: Nele Hertling und ich haben alles dafür getan, den Regierenden Bürgermeister für Christoph Stölzl zu begeistern. Stölzl, über die Grenzen Berlins hinaus bekannt, ist ein ungeheuer engagierter Kenner der Szene, ein hochgebildeter und musischer Mensch. Und er besitzt Verwaltungserfahrung. Mit Naumann und Stölzl stehen sich zwei intellektuelle Persönlichkeiten gegenüber, die sich gut verständigen können, trotz der widerstreitenden Interessen, für die sie stehen."

Thomas Langhoff, Intendant des Deutschen Theaters: "Stölzl und Naumann sind zwei musische Köpfe, die zusammen mehr von Kunst verstehen als sämtliche Berliner Politiker zusammen. Nach der letzten markig-fettigen Sitzung im preußischen Abgeordnetenhaus ist man froh, dass ein mediterran fühlender Bayer kommt. Kennengelernt habe ich Stölzl im Rat für die Künste - er denkt unabhängig und kreativ.

Georg Quander, Intendant der Berliner Staatsoper: Ich halte diesen Vorschlag, der mich überrascht, für ausgezeichnet. Stölzl, ein Kenner der Berliner Szene, denkt unkonventionell und besitzt argumentative Kraft. Entscheidend sind allerdings die Bedingungen, unter denen er sein Amt antreten wird. Ich hoffe, dass er Schluss machen wird mit einer Politik, die immer nur auf Zahlen stiert, und dass er endlich eine inhaltliche Diskussion über Kultur eröffnet.

Elmar Weingarten, Intendant der Berliner Philharmoniker: Stölzl ist mein Wunschkandidat. Ich habe ihn selbst mehrfach vorgeschlagen, zuletzt vor drei Tagen zusammen mit Nele Hertling und Jürgen Schitthelm. Nur eine so einfallsreiche, metropolitane und in breitem Sinn kulturerfahrene Persönlichkeit wie Stölzl kann die notwendige Aufbruchstimmung vermitteln. Ein Sparkommissar wäre allein schon deshalb die falsche Wahl gewesen, weil die Einsparpotenziale der Kulturinstitutionen weitgehend erschöpft sind. Es kommt jetzt darauf an, dass die Politiker Kultur nicht nur als den Beutel nutzen, in den man greift, wenn man für andere Dinge Geld braucht.

Udo Zimmermann, zukünftiger Intendant der Deutschen Oper Berlin: Stölzl ist ein sehr dynamischer Politiker, der schon seit langem auf dem Weg zu diesem Amt ist. Es sieht nicht so aus, als ob er ein Sparkommissar wäre - bislang hat er sich eher als Diplomat gezeigt, der Kompromisse zu Stande bringt. Aber auf Dauer lebt Kunst nicht von Kompromissen.

Wolf Lepenies, Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin: Christoph Stölzl ist eine vorzügliche Wahl. Ich wünsche ihm zu unser aller Nutzen viel Glück.

Klaus-Dieter Lehmann, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Das gemeinsame Berliner Jahr hat zu zahlreichen Begegnungen gefüht, die Christoph Stölzl als ideenreich, risikobereit und durchsetzungsfähig auswiesen. Berlins Zukunft liegt in der Kultur. Dafür benötigt sie Kennerschaft und Enthusiasmus. Beides besitzt er.

Peter-Klaus Schuster, Generaldirektor der Staatlichen Museen: Stölzl ist ein Mann mit besonderer Kenntnis der Berliner Gangarten. Ich schätze ihn als Museumskollegen und habe großen Respekt vor seinen Ausstellungen und seiner Art, wie er das Deutsche Historische Museum geführt hat: Im Foyer des DHM haben sich Ost und West zur Diskussion zusammengefunden.

Ulrich Gregor, Leiter des Internationalen Forums der Berlinale: Wir begrüßen Stölzls Nominierung. Er hat die richtige Sensibilität und Wellenlänge für das Amt des Kultursenators, und er hat auch ein Ohr für Fragen des Films. Wir kennen ihn als Menschen, der für seine Belange überzeugend einzutreten weiß und der offen ist für die der anderen.

Hans Helmut Prinzler, Direktor des Filmmuseums Berlin, Deutsche Kinemathek: Ich kenne Christoph Stölzl aus verschiedenen Zusammenhängen, zum Beispiel der Kooperation der Kinemathek mit dem Deutschen Historischen Museum bei der UFA-Ausstellung 1992. Er ist ein kluger, standfester und mit den Inhalten der Kultur vertrauter Mensch, der sich auch für den Film interessiert. Eine hervorragende Besetzung im Blick auf die Berliner Probleme und auf unser Filmhaus am Potsdamer Platz.

Mathias Döpfner, Chefredakteur der "Welt": Kein Kommentar.

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