BESETZUNGSzettel : Katja und Tatjana

Frederik Hanssen schwärmt für eine grandiose Finnin

Frederik Hanssen

Man darf das ganz ohne Umschweife so sagen: Karita Mattila ist eine der besten Sängerinnen weltweit. Denn die finnische Sopranistin geht voll und ganz in den Figuren auf, die sie verkörpert. Sie reißt die Rollen nicht an sich wie einst Maria Callas, die aus jeder Person immer gleich eine Callas-Heldin machte. Nein, Karita Mattilas Intensität entsteht aus einer Mischung von Intellekt, technischer Meisterschaft und Sensibilität.

Um den Opernfrauen nahe zu kommen, arbeitet sie mit feinem Gespür jene Details heraus, durch die die Komponisten ihren Figuren Individualität verleihen, sucht nach dem ganz eigenen Ton der Charaktere. Niemand muss des Tschechischen oder des Russischen mächtig sein, um sofort zu verstehen, worum es in Leoš Janámeks Katja Kabanova oder Peter Tschaikowskys Eugen Onegin geht, wenn Karita Mattila sich die Heldinnen dieser Werke anverwandelt. Bei den Berliner Philharmonikern wird Karita Mattila ab Mittwoch Katja und Tatjana sein, die großen Monologe aus beiden Opern gestalten. Denn auch eine Bühne, Dekorationen und Kostüme braucht diese große Interpretin nicht, um tief bewegendes Musiktheater zu machen. Auf keinen Fall verpassen!

Philharmonie, Mi 28.11.,

20 Uhr, ab 18 €

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