Kultur : Bestürzung nach dem Tod von Kempowski

Mit Trauer und Bestürzung ist der Tod von Walter Kempowski in Deutschland aufgenommen worden. Der 78-jährige Schriftsteller erlag in der Nacht zu Freitag im niedersächsischen Rotenburg (Wümme) seiner langjährigen Krebserkrankung (siehe Seite Drei). Bundespräsident Horst Köhler verneigte sich in einem Kondolenzschreiben „vor einem wahrhaft großen Deutschen“. Kempowski habe als „Volksdichter im besten Sinne des Wortes“ seinem Land mit Werken wie dem „Echolot“ und der „Deutschen Chronik“ ein, so Köhler, „lesbares Archiv seiner Hoffnungen und Sehnsüchte, seiner Schuld und seines Versagens, seiner Träume und seiner Erfolge“ geschenkt. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sagte: „Vor allem seine bewegenden Chroniken geben dem Einzelnen jene Würde zurück, die ihm die totalitären Ideologien des vorigen Jahrhunderts millionenfach abgesprochen hatten.“ Alexander Kluge verabschiedete sich von einem Seelenverwandten. „Was ihn in seinen reichen Texten beschäftigt hat, hat auch mich immer beschäftigt“, sagte er. Und Klaus Staeck, Präsident der Berliner Akademie der Künste, schätzte Kempowski als „energischen Menschen, der eine klare Meinung hatte“. Von der Todesnachricht bewegt zeigten sich auch Vertreter von Kempowskis Geburtsstadt Rostock. „Unsere Hansestadt verliert mit Walter Kempowski nicht nur einen seiner beiden Ehrenbürger, sondern auch einen überragenden Botschafter“, ließ Oberbürgermeister Roland Methling verlauten. dpa/Tsp

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