Besucherrekord auf der Paris Photo : Schwarz-Weiß ist Trumpf

Über 40 000 Fotoliebhaber drängelten sich auf der 13. Ausgabe der weltweit größten Spezialmesse für künstlerische Fotografie in den Hallen des prächtigen Carrousel du Louvre. 102 Aussteller aus 23 Ländern zeigten hier fünf Tage lang Bilder aus allen Epochen.

Nicole Büsing, Heiko Klaas

Mit 23 Galerien führte Gastgeberland Frankreich die Teilnehmerliste an, gleich danach kam Deutschland mit elf Galerien. Die USA boten zehn, die Briten sieben Galerien auf. Zum Familientreffen der Fotografie reisen jedes Jahr auch Fotolegenden aus aller Welt an. Künstler zum Anfassen: Bei den Book-Signings gaben sich Stars wie Elliott Erwitt, William Klein, Mitch Epstein oder Martin Parr entspannt und pflegten lässigen Smalltalk mit dem Publikum. Erstteilnehmer Robert Morat aus Hamburg, der mit der in Paris und New York lebenden Gisèle-Freund-Schülerin Jessica Backhaus einen Topseller im Gepäck hatte, stellt fest: „Das macht die Paris Photo aus: Hier sind die Fotografen höchstpersönlich zu sehen.“

Es hat sich herumgesprochen, dass hier auch ein äußerst sachkundiges und kaufinteressiertes Publikum unterwegs ist. Über 1 000 Galerien hatten sich für die raren Plätze beworben. Mit Caprice Horn, DNA und Kuckei + Kuckei waren auch drei Berliner Galerien an die Seine gereist. Erstteilnehmer Ben Kuckei zog am letzten Tag Bilanz: „Eine Messe mit so vielen Besuchern von der ersten bis zur letzten Minute habe ich noch nie erlebt.“ Auffällig sei auch das starke Interesse an dokumentarischer Fotografie.

Ansonsten bestimmte Sicherheitsdenken das Käuferverhalten. Vintage-Fotografie gilt als sichere Anlage, und so war die Pariser Galerie Françoise Paviot mit ihrem klassischen Angebot von Eugène Atget über Cartier-Bresson bis zu Man Ray zu 75 Prozent ausverkauft. Ein Selbstporträt Man Rays für 60 000 Euro markiert den Preisrekord. Das teuerste verkaufte Werk der Messe war eine frühe Aufnahme des jüngst verstorbenen amerikanischen Fotostars Irving Penn, die bei der Bostoner Robert Klein Gallery für 265 000 Euro den Besitzer wechselte.

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