Kultur : Beton

Forum: Cliquen-Doku in Chaufours „Violent Days“

Sebastian Handke

Für Musikgeschmack kann man selten etwas. In Frankreich beispielsweise gibt es Cliquen, die ihre Zugehörigkeit zur Arbeiterklasse in der gemeinsamen Pflege des Rockabilly zelebrieren. Für ihren halbdokumentarischen Film „Violent Days“ hat Regisseurin Lucile Chaufour eine davon mit der Kamera begleitet. Eine Rockabilly-Sause in Le Havre: Da stehen sie, die Teddys, mit ihren Betonfrisuren. Draußen entbrennt eine Prügelei, bei der ein Araber, der ohne Haarspray mitfeiern wollte, halb totgeschlagen wird. Anfangs ein Roadmovie, später Freakshow, entwickelt sich „Violent Days“ zu einem Film über die Einsamkeit, erlitten bei der schönen jungen Frau (die einzige Schauspielerin: Serena Lunn) und uneingestanden bei den Jungs. So schält sich aus dem in grobkörnigem Schwarzweiß aufbereiteten Material als dessen eigentlicher Kern schließlich das Porträt einer unglücklichen Frau heraus. Zu spät. Plötzlich ist der Film zu Ende.

Heute, 19.30 Uhr (Cinestar); morgen, 17Uhr (Babylon); Sonntag, 18.15 Uhr (Cinemaxx 3)

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