Bettgeflüster (1) : Unter einer Decke mit Orlando Bloom

Den Stars wird der rote Teppich ausgerollt – nicht nur vor dem Berlinale-Palast, sondern auch vor den Hotels. Was erwartet die prestigeträchtige Kundschaft in den luxuriösesten und privatesten Räumlichkeiten der Stadt? Wir haben vorab eingecheckt.

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Doppelt schläft besser. Die Betten in der Daimler-Suite im Grand Hyatt lassen sich aber auch zusammenschieben.
Doppelt schläft besser. Die Betten in der Daimler-Suite im Grand Hyatt lassen sich aber auch zusammenschieben.Foto: Mike Wolff

Die Liste der Schauspieler, die schon mal in der Daimler-Suite im siebten Stock des Grand Hyatt gewohnt haben, ist lang: Jeanne Moreau, Goldie Hawn, Orlando Bloom, Adrien Brody, Kevin Costner, Gérard Depardieu, Willem Dafoe und der im Mai letzten Jahres verstorbene Dennis Hopper – um nur einige zu nennen. Kein Wunder, liegt das Haus doch fast am wichtigsten roten Teppich, dem vor dem Berlinale-Palast. Entsprechend voll mit Gästen und Autogrammjägern ist die Lobby des Hotels. Ab 3000 Euro aufwärts kostet eine Nacht in der rund 160 Quadratmeter großen Suite mit dem schwarzen Flügel für die kleine Nachtmusik, dem Kamin und der kleinen Küche. Im Bad sind eine Dampfsauna und eine Whirlpool-Badewanne untergebracht, und im Schlafzimmer stehen zwei 1,40 Meter große Betten mit dicken Federkernmatratzen, die man zusammenschieben kann. Die Küche hat einen eigenen Eingang, so dass das Personal nicht das Esszimmer queren muss, wenn hier diniert wird. Auch Sean Connery hat mit Aussicht auf Philharmonie und Nationalgalerie schon mal mit Freunden gespeist und allein für dieses Abendessen die Suite gemietet.

Für die Wünsche der Gäste ist ein persönlicher Concierge da. „Viele Stars sind gar nicht so anspruchsvoll, wie man oft denkt“, sagt eine Hotelmitarbeiterin. Sonderwünsche würden sich meist auf ein bestimmtes Mineralwasser oder spezielle Säfte beschränken. Nur mancher möchte zum Beispiel ausschließlich die in den USA produzierte Cola oder die ganz bestimmte Sorte Chips aus Mexiko haben.

Dass ein prominenter Gast seine Suite demoliert hat, soll im Hyatt noch nicht vorgekommen sein. Diese Form der Psychohygiene und Publicity war besonders in den 60er bis 80er Jahren beliebt, Keith Moon von The Who brachte es darin zur Meisterschaft. Doch auch heute leisten sich problematische Stars wie Charlie Sheen oder Amy Winehouse noch Ausraster. Sie müssen dann mit lebenslangem Hausverbot rechnen und sich beim nächsten Aufenthalt in der Stadt eben ein anderes Luxushotel suchen. Auch eine Methode, auf Reisen immer etwas Neues zu entdecken.

Nächste Folge: Ritz-Carlton

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