Bettgeflüster (5) : Butler, Brosnan, Baldachin

Den Stars wird der rote Teppich ausgerollt – nicht nur vor dem Berlinale-Palast, sondern auch vor den Hotels. Was erwartet die prestigeträchtige Kundschaft in den luxuriösesten und privatesten Räumlichkeiten der Stadt? Wir haben vorab eingecheckt. Heute: Präsidialer Adlon-Luxus.

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Schlaf schön. Fast fünf Quadratmeter groß ist das Himmelbett im Adlon. Foto: Mike Wolff
Schlaf schön. Fast fünf Quadratmeter groß ist das Himmelbett im Adlon. Foto: Mike Wolff

Mit dem Trinkgeld ist das so eine Sache. Einfach so am Ende des Aufenthalts dem Butler ein paar Scheine in die Hand zu drücken, ist unschicklich. Viele Gäste der großen Luxussuiten im Hotel Adlon lassen sich daher für „ihren“ Ricardo etwas mehr einfallen. Schließlich kennen manche den Hotelbutler Ricardo Dürner schon seit Jahren. Und so hat der 42-Jährige eine hübsche Sammlung von Manschettenknöpfen, Krawatten und signierten Büchern zu Hause. Auch ein weißer Schal ist darunter, den hat der Dalai Lama 2008 Ricardo selbst umgelegt.

Die Geschichten, die Dürner nach zwölf Jahren als Butler im Adlon erzählen könnte, würden Seiten füllen. Immerhin haben hier unter anderem schon Penelope Cruz, Johnny Depp, Leonardo DiCaprio, Pierce Brosnan und Demi Moore mit ihrem Mann Ashton Kutcher gewohnt. Doch Diskretion ist Dürners oberstes Gebot.

Schläft ein Gast in der im Art-Déco-Stil eingerichteten, 185 Quadratmeter großen Präsidentensuite Brandenburger Tor, die ab 12 000 Euro pro Nacht kostet, ruht Dürner nur wenige Meter entfernt in einem Hotelzimmer. So kann er immer schnell reagieren. Sei es, dass ein schlafloser Gast einen Kamillentee an das 2,20 mal 2,20 Meter große Himmelbett aus schwarzem Samt serviert bekommen möchte, Dürner den Kamin anzünden oder beim Vorheizen der Sauna behilflich sein soll. „Mein Ziel ist es, Geborgenheit zu vermitteln“, sagt er.

Dazu gehören auch eine täglich frisch bestückte Obstschale und viele frische Blumen. Zurzeit beherrscht aber ein anderes Präsent das in Beige, Schwarz und Braun gehaltene Wohnzimmer: Ein rund 70 Zentimeter hoher Berlinale-Bär aus dunkler Schokolade steht auf einer Anrichte und sendet einen verführerischen Duft aus. Es verletzt Dürners Diskretionsgebot nicht, zu verraten, dass es in den letzten Jahren schon mal vorgekommen ist, dass ein Gast so eine süße Trophäe angeknabbert hat. Eva Kalwa

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