Bettgeflüster (Ende) : Rupert Everetts Liebling

Den Stars wird der rote Teppich ausgerollt – nicht nur vor dem Berlinale-Palast, sondern auch vor den Hotels. Was erwartet die prestigeträchtige Kundschaft in den luxuriösesten und privatesten Räumlichkeiten der Stadt? Wir haben vorab eingecheckt. Heute: Art-Déco-Traum im Bogota.

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Stilvoll. Wer im Hotel Bogota nächtigt, schläft auf historischem Grund. Foto: Mike Wolff
Stilvoll. Wer im Hotel Bogota nächtigt, schläft auf historischem Grund. Foto: Mike Wolff

Joachim Rissmann hat ein kleines Platzproblem. Immer wieder bekommt der Inhaber des Hotel Bogota alte Möbel geschenkt. Manchmal ersteigert er die Jugendstil- und Art-Déco-Stücke auch selbst, dabei sind seine 114 Hotelzimmer eigentlich ausreichend bestückt. Wahl- Pariserin Hanna Schygulla übernachtet gern hier, oder Rupert Everett, der das Haus sogar als sein „Lieblingshotel weltweit” bezeichnet hat und bei einem längeren Aufenthalt hier begonnen hat, seine Autobiografie zu schreiben. Er empfahl, das Haus in der Schlüterstraße 45 seiner Kollegin Keira Knightley, die hier auch für Modeaufnahmen posierte.

Es ist nicht gerade eine Luxusadresse, doch ihre Geschichte hat es in sich: 1911 als Wohnhaus gebaut, beherbergte das Bogota ab 1934 Studio und Wohnung der Fotografin Yva, die hier mit ihrem Schüler Helmut Newton gearbeitet und gelebt hat. 1942 wurde das Haus enteignet und die NS-Reichskulturkammer zog ein. Nach dem Krieg war das Gebäude Sitz des DGB, später zog eine Etagenpension ein. Die übernahm 1976 Familie Rissmann und machte ein Hotel daraus. Das Lieblingszimmer vieler Gäste ist seither die Nummer 433. Das Mobiliar ist original von 1915, außerdem hat es als als einziges Badewanne und Balkon. Und das für 130 Euro pro Nacht. Eva Kalwa

Im Kabinett des Hotels, Schlüterstraße 45, ist die Fotoausstellung „Berlinale Porträts 2003 bis 2010“ von Gerhard Kassner zu sehen

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