Kultur : Beutekunst: Weiss kritisiert russische Praxis

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Im Streit um die Rückgabe russischer Beutekunst wird der Ton schärfer. Kulturstaatsministerin Christina Weiss warf den russischen Behörden Hinhaltetaktik vor. Dieses Verhalten belaste „unser Verhältnis und trägt sehr zum Verdruss von deutschen Museumsdirektoren bei“, so die Ministerin am Donnerstag in St. Petersburg anlässlich der Rückkehr einer Bronzekopie des „Betenden Knaben von Sanssouci“. Das deutschrussische Abkommen von 1992 enthalte eine gegenseitige Verpflichtung zur Rückführung. Diese Woche habe die Stiftung Preußischer Kulturbesitz nach einem entsprechenden Antrag innerhalb von vier Monaten und ohne irgendwelche Bedingungen ein Gemälde an Russland zurückgegeben. „Wie schwierig und langwierig es im umgekehrten Fall ist, zeigt das Beispiel der anhaltinischen Silbersammlung,“ sagte Weiss. Noch im Dezember sei ihr vom russischen Kulturminister zugesagt worden, den Kunstschatz zu restituieren. Nun seien aber wieder rechtliche Grundsatzfragen aufgeworfen worden. ddp

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