Kultur : Biennale Venedig zeigt Architektur aus Berlin

Das Thema der 12. Architektur-Biennale von Venedig (29.8. – 21.11.) lautet „Menschen treffen sich in Architektur“. Es geht dabei weniger um den Raum als um dessen Wahrnehmung durch den Benutzer. Direktorin der Biennale ist Kazuyo Sejima (53), die mit ihrem Partner Ryue Nishizawa vom Tokioter Büro Sanaa den diesjährigen Pritzker-Preis als höchste Auszeichnung für Architektur erhalten hat. Gestern stellte Kazuyo Sejima ihr Vorhaben in der Italienischen Botschaft in Berlin vor.

Wie immer liegt bei der Biennale der Hauptakzent auf den nationalen Pavillons; der deutsche wird vom Münchner Büro Walverwandtschaften (ohne „h“!) unter dem Motto „Sehnsucht“ gestaltet. Doch die Hauptausstellung auf dem Gelände des Arsenale ist im Lauf der Zeit immer gewichtiger geworden. Insofern überrascht Sejima, die 2004 bereits den Goldenen Löwen von Venedig gewonnen hat, mit der Einladung von lediglich 43 Teilnehmern, darunter nicht nur Architekten, sondern auch Künstler und Filmemacher, „die Beziehungen zwischen Menschen untersuchen“. Berlin ist mit fünf Vertretern dabei: den Architekten von Raumlaborberlin, dazu Wim Wenders und die bildenden Künstler Janet Cardiff, Thomas Demand und Olafur Eliasson. Architektur, wie sie Sejima versteht, schafft neue Formen wechselseitigen Verstehens. Sie wäre glücklich, so Sejima gestern, „wenn wir dank dieser Ausstellung spüren würden, wohin sich unsere Gesellschaft entwickeln könnte“. BS

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